Nicht nur für die Alten

Treten für die RRP an: Werner Dudde, Hans Dreyer, Dieter Müller, Jürgen Schirrmeister, Günter Kruskop, Dieter Gall, Gertrud Gall (von links; es fehlt Albert Meyer). Foto:  Schliekau

Bad Bevensen/Landkreis. An der Bundestags- und an der Europawahl haben sie schon teilgenommen, jetzt wollen die Mitglieder der Rentnerinnen- und Rentner-Partei (RRP) auch auf kommunaler Ebene mitmischen. „Irgendwo müssen wir ja mal anfangen“, sagt Dieter Müller aus Bad Bevensen. Er ist Kreisvorsitzender der RRP und stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes. Und so treten RRP-ler nicht nur für die bevorstehenden Kreistagswahlen an, sondern auch für die Stadtratswahlen in Uelzen und Bad Bevensen sowie die Samtgemeinderatswahlen Bevensen-Ebstorf und Aue.

Die noch junge Partei zielt – anders als der Name suggeriert – nicht nur auf die ältere Generation ab. Im Gegenteil: Die Frühförderung aller Kinder mit einer Kindergartenpflicht ab dem 4. Lebensjahr bis zum Schuleintritt, eine einheitliche Schulkleidung in jedem Schulsystem oder die Förderung von Ganztagsschulen hat sich die RRP zum Beispiel auf die Fahnen geschrieben. „Der Name Rentnerpartei ist eigentlich irre führend“, räumt Dieter Müller ein und verrät, dass es bereits Bestrebungen für eine Namensänderung gibt.

Man muss auch kein Rentner sein, um Mitglied in der RRP sein zu dürfen. „Auch bei uns gilt ein Mindestalter von 16 Jahren“, sagt Müller. Bislang zählt die Partei im Landkreis Uelzen etwa 40 Mitglieder, 30 davon kommen aus dem Bevenser Bereich. Schon vor zwei Jahren hatte es hier, wie damals berichtet, einen Vorstoß gegeben und die Renterinnen- und Rentnerpartei wurde gegründet; die Bemühungen verliefen aber irgendwann im Sande.

Die Arbeit der RRP fußt auf drei Säulen: Rente, Gesundheit und Bildung. Forderungen sind unter anderem eine Mindestrente von 1000 Euro im Monat, eine Bürgerversicherung oder die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Medikamente. „Aber wir wollen uns nicht hinstellen und irgendwelche Versprechen abgeben oder dies oder jenes fordern“, sagt Dieter Müller, „dann müssten wir ja auch sagen, wie es bezahlt werden soll.“ Und das sei bekanntlich so eine Sache.

Deswegen lautet die Marschroute der RRP so: „Wir kümmern uns um das, was in den jeweiligen Orten akut ist.“ Und dabei will man eng mit Organisationen wie der AWO oder auch dem Sozialverband zusammenarbeiten.

„Es gibt heutzutage immer mehr Altersarmut, und die große Politik hat dieses Problem 40 Jahre lang schluren lassen“, nennt Dieter Müller einen Beweggrund dafür, dass er die RRP mit gegründet hat. „Viele kommen da in die Grundsicherung“, weiß er, „sie haben aber zu viel Scham, um sie zu beantragen.“ Und das Problem der Rente betreffe nicht nur die Alten, sondern auch die Jungen. Schließlich sind sie die Alten von morgen.

Von Ines Bräutigam

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