Teil der Gesellschafter hat Vertrauen in Aufsichtsrat verloren / Trägervereine halten an Marke fest

Neuland vor der Zerreißprobe

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Ist in die Kritik geraten: Neulands Aufsichtsratschef Gerhard Bohm.

Bad Bevensen. „Gerade gibt es nur Verlierer. “ Gerhard Bohm klingt frustriert und müde, atmet immer wieder tief durch.

Bis in den Morgen hinein haben die Gesellschafter der Neuland GmbH Produktvermarktung Nord, die von Bad Bevensen aus ganz Norddeutschland beliefert, gestern „heftig diskutiert“ – ohne Ergebnis.

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Die Zukunft des Gütesiegels scheint ungewiss, denn ein Teil der Gesellschafter will laut Bohm ohne Neuland weitermachen Zu groß seien die Gräben, die der im April aufgedeckte Skandal um falsch etikettiertes Hähnchenfleisch und dessen Folgen gezogen hat.

Thomas Schröder

„Es ist mir das größte Anliegen, dass wir weitermachen können“, sagt Bohm, dem am Montagabend ein Teil der Gesellschafter die rote Karte gezeigt hat. Stein des Anstoßes: Der Aufsichtsrat hatte den für den Fleischskandal verantwortlich gemachten ehemaligen Geschäftsführer des Neuland-Standorts Bad Bevensen, Thomas S., auf Drängen der Trägervereine BUND, Tierschutzbund und Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), und ohne Einbeziehung der Gesellschafterversammlung fristlos entlassen. Nun stand die Umbesetzung des Gremiums zur Debatte. „Der Aufsichtsrat darf den Geschäftsführer kündigen – aber vielleicht war die Eile nicht gegeben. Wir haben uns unter Druck setzen lassen“, kommentiert Bohm gestern die Umbesetzung des Chefsessels im Bad Bevenser Neuland-Büro.

Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, betont der Tierschutzbund habe die Kritik der Gesellschafter ernst genommen, begrüße aber die Entscheidung der GmbH, sich von dem bisherigen Geschäftsführer zu trennen. [...]

Von Wiebke Brütt

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