Die Gesellschafter tagen heute außerordentlich in Bahnsen

Neuland: Angst vor dem Aus

+
Der Bevenser Neuland-Standort steckt in der Krise.

Bad Bevensen. Ein guter Landwirt muss kein guter Geschäftsführer sein – so zumindest sieht es ein Teil der Gesellschafter der Neuland GmbH Produktvermarktung.

Dementsprechend kritisch beäugen sie Grünen-Politiker und Bio-Bauer Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf, der zunächst vorübergehend – so hatte es Neuland-Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Bohm gegenüber der AZ erklärt – die Geschäftsführung des Neuland-Standorts in Bad Bevensen übernommen hat.

Mehr zu Neuland

"Erpresste" Entlassung

Neuanfang bei Neuland

Bevenser Betrieb weiter im Fokus

Keine Indizien für Mittäterschaft

Heute wird die umstrittene Personalie Thema in einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung der Neuland GmbH Produktvermarktung sein. In Bahnsen will Aufsichtsratschef Bohm in einer nicht öffentlich geplanten Informationsveranstaltung vor der Gesellschafterversammlung über die Zukunft Neulands sprechen und die fristlose Kündigung von Graefe zu Baringdorfs Vorgänger – Thomas S. – und die Nachfolgeregelung erklären.

Der ehemalige Geschäftsführer des Bad Bevenser Unternehmens, von dem aus ganz Norddeutschland beliefert wird, wurde im September als Folge des Skandals um falsch etikettiertes Hähnchenfleisch von einem Tag auf den anderen entlassen – auf Druck der drei Trägervereine Neulands (Tierschutzbund, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und BUND).

Eine Entscheidung, mit der Martin Lüdemann und ein Teil der Gesellschafter, dessen Sprecher er ist, nicht einverstanden sind: „Wir stecken mit unserem eigenen Kapital in der Gesellschaft und wir haben jetzt Angst, dass das Ganze auseinanderbricht“, sagt er im AZ-Gespräch.

„Welche fachliche Qualifikation bringt Herr Graefe zu Baringdorf mit? Er mag ein guter Landwirt sein, aber der Geschäftsführer einer Fleisch GmbH muss mit Fleischern auf Augenhöhe über Fleisch reden können. Das macht uns alle unsicher und ängstlich“, sagt der Neuland-Gesellschafter.

Im Vorfeld der heutigen Gesellschafterversammlung sei eine Reihe von Anträgen eingegangen. Unter anderem fordert ein Teil der Anteilseigner, dass die Kündigung von Thomas S. zurückgenommen wird, der Aufsichtsrat abberufen und neugewählt sowie eine mögliche Schädigung der Neuland GmbH durch den Geschäftsführerwechsel geprüft wird.

Einen weiteren Artikel zum Thema Neuland lesen Sie am Montag in der digitalen und in der gedruckten AZ.

Ebenfalls lesenswert: Ein Kommentar zum Neuland-Skandal von AZ-Redakteur Gerhard Sternitzke.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare