5,4 statt 5 Millionen Euro

Neues Kurhaus in Bad Bevensen wird teurer

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Das Kurhaus an der Dahlenburger Straße soll nach Ostern abgerissen werden und einem Neubau weichen. Foto: Brütt

BAD BEVENSEN - 5,4 statt 5 Millionen Euro – das neue Bad Bevenser Kurhaus wird wohl teurer werden als geplant. Am Mittwoch, 2. April, berät der städtische Bauausschuss öffentlich über die Erhöhung des bisher festgelegten Baubudgets um 400 000 Euro.

„Am 31. Januar war der Punkt erreicht, wo wir gegensteuern mussten“, erklärt Bevensen-Ebstorfs Bauamtsleiter Roland Klewwe auf AZ-Nachfrage. Denn je detaillierter die Planungen des Dresdener Architekturbüros h.e.i.z.Haus wurden, umso mehr schossen die Kosten in die Höhe. So sollte der Neubau an der Dahlenburger Straße Ende Januar bereits rund 5,58 Millionen Euro kosten – vorgegeben waren durch den Stadtrat 5 Millionen Euro.

Allein im Bereich der technischen Ausstattung stiegen die Summen seit der ersten Aufstellung, die im Oktober 2012 noch das Bauamt auf Grundlage von Werten vergleichbarer Häuser erstellt hatte, bis zum Januar-Entwurf von h.e.i.z.Haus von 3,08 auf 3,6 Millionen Euro. Die Dresdener Architekten wurden aufgefordert, eine „Basisvariante“ zu erarbeiten, die den Kostenrahmen wieder einhält und dem vom Stadtrat beschlossenen Raumprogramm entspricht. Diese wurde Anfang März vorgelegt und dann mit den Fachleuten der Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM) diskutiert, da vor allem bei den technischen Anlagen gespart worden war und die BBM das Kurhaus für ihr Veranstaltungsprogramm nutzen wird. Das Ergebnis: Insgesamt 13 Punkte, die bereits dem Rotstift der Architekten zum Opfer gefallen waren, hält die BBM laut Verwaltungsvorlage für „zwingend erforderlich, um die angestrebten Nutzungsmöglichkeiten auf einem angemessenen Niveau sicherzustellen“. Über die von den Architekten vorgelegte „Basisvariante“ hinaus müssten demnach weitere 157 600 Euro investiert werden, sodass Baukosten in Höhe von 5 310 700 Euro im Raum stehen.

Um einen kleinen Geldpuffer zu haben, schlägt die Verwaltung ein Baubudget von 5,4 Millionen vor, das am Mittwoch ab 17 Uhr im Bad Bevenser Rathaus zur Diskussion steht. Abzüglich der Zuschüsse von Land und Landkreis würden bei der Stadt maximal 1 670 000 Euro hängen bleiben. Damit sei der Neubau trotz der Kostensteigerung laut Klewwe immer noch wirtschaftlicher als eine Sanierung des bestehenden Baus.

„Alles, was da an Zahlen auf dem Tisch liegt, sind Annahmen. Die konkreten Kosten werden erst die Ausschreibungen zeigen – und dabei kann es noch erhebliche Schwankungen geben“, betont Klewwe. „Es kann theoretisch auch noch billiger werden, wobei ich das nicht erwarte.“ Bei den Baumaßnahmen im Kurpark hatte die Stadt schlussendlich 13 Prozent weniger ausgegeben als zuvor berechnet worden war. In den 5,4 Millionen Euro Baukosten sind noch nicht die 145 000 Euro enthalten, die die Stadt Bad Bevensen für den Erwerb vom alten Kurhaus samt Grundstück an die Kurgesellschaft zahlt. Außerdem verpflichtet sich die Stadt im Kaufvertrag mit der Kurgesellschaft, der Montag unterzeichnet wird, einen Verbindungsgang vom neuen Kurhaus zur Therme zu bauen, wenn kein privater Investor für ein Thermenhotel oder ein Restaurant zwischen Kurhausneubau und Therme gefunden wird. Dieser Gang würde wiederum 120 000 Euro kosten.

Von Wiebke Brütt

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