Ein neues Kapitel beginnt

Die Fusion ist perfekt: Knut Markuszewski, Klaus-Henning Demuth, Heiko Blume und Torsten Wendt (von links).

Bad Bevensen-Medingen - Von Ines Bräutigam. Als es ernst wurde gestern Nachmittag im Brauhaus des Klosters Medingen, da nestelten die Herren am Podium erst einmal geschäftig in ihren Sakkotaschen. „Keiner hat hier jetzt ‘nen Kugelschreiber dabei“, witzelte es kommentierend aus dem Auditorium, und ein Lachen hallte durch die ehrwürdigen Mauern.

Natürlich hatten sie aber doch Kugelschreiber dabei. Sogar dokumentenechte. Denn gestern unterzeichneten Ebstorfs Samtgemeindebürgermeister Torsten Wendt, sein Bevenser Amtskollege Knut Markuszewski, Erster Kreisrat Heiko Blume und der Leiter der Projektgruppe Zukunftsvertrag im Innenministerium, Klaus-Henning Demuth, sowie alle Bürgermeister der Ebstorfer und Bevenser Mitgliedsgemeinden die Verträge – insgesamt 17 Ausfertigungen! –, die die Samtgemiende-Fusion besiegeln.

Das Brauhaus bot für diesen historischen Moment eine anspruchsvolle Kulisse, die alle Anwesenden zu schätzen und zu loben wussten. Die Besonderheit, dass mit Ebstorf und Medingen gleich zwei Klöster in der neuen Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf zu finden sind, nahm Knut Markuszewski zum Anlass, den Leitspruch der Benediktiner, „ora et labora“ (Bete und arbeite), auch auf die Fusion zu übertragen. Genau so nämlich, mit Beten und Arbeiten, sei man zu dem Ergebnis, der Vertragsunterzeichnung, gekommen.

Er und sein Ebstorfer Amtskollege Torsten Wendt betonten, dass mit der Fusion eine große Chance für die Entwicklung der Gemeinden getan wird. Jetzt gelte es, die Veträge mit Leben zu füllen. „Und ich bin sicher“, betonte Wendt im Hinblick auf die unter großem Zeitdruck erfolgten Vorbereitungen, „das wird sich alles auszahlen.“ Zum 1. November, mit dem Inkrafttreten der Fusionsverträge, werde „ein neues Kapitel aufgeschlagen“.

Klaus-Henning Demuth, der Innenstaatssekretärin Sandra von Klaeden vertrat, die kurzfristig verhindert war, bescheinigte den Bevensern und Ebstorfern: „Die beiden Samtgemeinden haben es mit einem Kraftakt geschafft, die erste Fusion im Landkreis Uelzen zustande zu bringen.“ Die Mühen und das intensive Ringen hätten sich gelohnt. Denn durch Zins- und Tilgungshilfen des Landes in Höhe von insgesamt 8,5 Millionen Euro wird der Haushalt der neuen Samtgemeinde, wie berichtet, um 75 Prozent der Liquiditätskredite entlastet werden.

„Ihr Beitrag“, so Demuth, „ist es, gestärkt den Herausforderungen der Zukunft entgegen zu gehen. Solche Gemeinden braucht Niedersachsen.“ Die Ebstorfer und Bevenser hätten Vorbildwirkung für die Kommunen in Niedersachsen. Und der Vertreter des Innenministeriums hoffte, dass möglichst viele Gemeinden den Bevensern und Ebstorfern nacheifern mögen – „auch und vor allem im Landkreis Uelzen“.

Der Landkreis Uelzen, so Demuth, habe sich bei den Fusionsverhandlungen einmal mehr „als Partner des Landes erweisen“. Denn auch er trägt, wie berichtet, seinen Teil zur finanziellen Entlastung der beiden Samtgemeinden bei. Zwar habe er überlegt, die erste Tranche gleich im Kofferraum mitzubringen, unkte Erster Kreisrat Heiko Blume, schlug dann aber ernste Töne an. „Die Widerstände“, habe er sich stets gedacht, „kommen von selbst. Ich bin aber zuversichtlich, dass diese Widerstände von Ihnen gebrochen werden können.“

Allen beteiligten Gemeinden wünschte er, sie mögen „blühen und gedeihen“ und betonte im gleichen Atemzug, dass der Landkreis Uelzen auch alle anderen Gemeinden finanziell nicht fallen lassen werde. Und weil „Vertrag“ auch mit „Vertragen“ zu tun habe, gab der Erste Kreisrat den Ebstorfern und Bevensern mit auf den Weg: „Vertragen Sie sich!“

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