Neue Solarbahn trifft auf geteiltes Echo bei den Einwohnern der Kurstadt Bad Bevensen

Stadt will Kurbahn übernehmen

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Die neue Solar-Elektro-Bahn wird ab Juni durch Bad Bevensen fahren. Perspektivisch will die Stadt den Betrieb von der Bad Bevensen Marketing GmbH übernehmen.

Bad Bevensen. Die Stadt Bad Bevensen will künftig den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) der Kurstadt übernehmen. Das hat der Verwaltungsausschuss der Stadt in seiner nicht öffentlichen Sitzung empfohlen.

Und das bedeutet im Klartext: Die Kurbahn Bad Bevensens wird perspektivisch unter der Fahne der Stadt und nicht mehr im Namen der Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM) fahren.

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Allein aus Zeitgründen sei die Stadt nicht direkt in die erst am vergangenen Freitag vereinbarte Zusammenarbeit mit dem neuen Kurbahnbetreiber Andreas Gensch aus Lüneburg eingestiegen, erklären Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer und Bürgermeister Martin Feller auf Nachfrage der AZ. „Die Ereignisse haben sich überschlagen“, sagt Kammer.

Erst vor sechs Wochen habe die BBM mit Gensch Verhandlungen aufgenommen, da sich abzeichnete, dass es zu keiner Einigung mit dem bisherigen Kurbahn-Betreiber Ulf Tillmann von der Uelzener „Paul Schulze Autobus GmbH“ kommen würde. Tillmann hatte zusätzliche 30 000 Euro zu den bisherigen 110 000 Euro Betriebskostenzuschuss von der BBM gefordert. Nach monatelangen Verhandlungen haben sich BBM und Tillmann zum 31. Mai über einen Aufhebungsvertrag geeinigt (die AZ berichtete). Vom 1. Juni an, übernimmt dann, wie berichtet, Gensch mit seiner Solar-Elektrobahn den Betrieb. Begrenzt ist der Vertrag mit der BBM vorerst auf zwei Jahre – eine Regelung, in erster Linie formale Gründe hat. Denn der Kurbahnbetrieb durfte nur aufgrund der vorherrschenden „Notlage“ – ohne eine schnelle Abwicklung hätte der Kurbahnbetrieb nicht aufrecht erhalten werden können – ohne Ausschreibung neu vergeben werden. Diese Ausnahme gilt für die Stadt aber nicht, wenn sie nun in den ÖPNV einsteigen möchte. „Die Leistung muss nun in aller Ruhe parallel zum Betrieb ausgeschrieben werden“, sagt Kammer, der zudem betont: „So wie es jetzt gelaufen ist, ist alles rechtskonform. Wir haben das extern prüfen lassen.“

Zum Hintergrund: Der innerstädtische ÖPNV beschränkt sich derzeit auf die beiden Routen, die von der Kurbahn „Thermelinchen“ angesteuert werden. Durch die neue Solarbahn wird das Streckennetz zwar noch nicht erweitert, so wie es Einwohner der Kurstadt seit Jahren fordern, aber der Betrieb wird auch in den Wintermonaten durchgeführt, was vorher nicht der Fall war. Diese Leistung bietet Andreas Gensch für den gleichen Preis – also 110 000 Euro – an, die sein Vorgänger für weniger Service gefordert hatte.

Von Wiebke Brütt

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