Einsätze werden drastisch teurer!

Neue Gebührenordnung für die Feuerwehren in Bevensen-Ebstorf

Bei Gefahr für Leib und Leben und wenn es brennt, rücken die Feuerwehren in Bevensen-Ebstorf natürlich weiter kostenlos aus. Andere Einsätze wie Fehlalarme oder das Auspumpen von Kellern werden deutlich teurer.
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Bei Gefahr für Leib und Leben und wenn es brennt, rücken die Feuerwehren in Bevensen-Ebstorf natürlich weiter kostenlos aus. Andere Einsätze wie Fehlalarme oder das Auspumpen von Kellern werden deutlich teurer.

Bevensen/Ebstorf – Schnell wie die Feuerwehr: Wann immer Menschen und Güter in Gefahr sind, können Bürger darauf vertrauen, dass die Wehren in kürzester Zeit zur Stelle sind. Obwohl die Feuerwehrleute manchmal ihre Gesundheit riskieren, sind diese Einsätze kostenlos.

In anderen Fällen, etwa bei Fehlalarmen, vollgelaufenen Kellern oder umgestürzten Bäumen verschickt das Rathaus anschließend eine Rechnung. Und die könnte demnächst deutlich höher ausfallen. Der zuständige Ausschuss für das Feuerwehrwesen hat jetzt eine neue Feuerwehrgebührenordnung empfohlen.

Thomas Fisahn, Vertreter des Bürgermeisters

„Die Veränderungen ergeben sich daraus, dass die alten Satzungen einige Zeit unverändert in Kraft sind und nicht mehr hinreichend kostendeckend veranlagt sind“, erklärt der Stellvertreter des Samtgemeindebürgermeisters Thomas Fisahn. Ermittelt wurden die Werte von einem Gutachter. Zu berücksichtigen waren laut Fisahn auch aktuelle Gerichtsurteile und das neue niedersächsische Brandschutzgesetz.

Abgerechnet wird der konkrete Aufwand der Feuerwehr an Personal und Fahrzeugen. Allein für die Drehleiter der Bevenser Feuerwehr werden dann 534,50 Euro fällig. Bislang wurden gerade mal 50 Euro veranschlagt. Rein rechnerisch ist das eine Steigerung von über 1.000 Prozent. Für ein Löschgruppenfahrzeug 10 steigt die Gebühr von 50 Euro (in Ebstorf bislang 60 Euro) auf 455,55 Euro (über 900 Prozent). Pro Feuerwehrmann oder -frau werden statt 25 zukünftig 31,50 Euro fällig, immer noch eine Erhöhung um 126 Prozent.

„Die Sätze bewegen sich auf dem Niveau anderer Kommunen“, stellt Fisahn klar. Die Samtgemeinde bleibe immer noch unter den gebührenrechtlichen Möglichkeiten. Wenn der Samtgemeinderat zustimmt, tritt die neue Gebührenordnung zum 1. Dezember des Jahres in Kraft.

2011 sind die Samtgemeinden Bevensen und Altes Amt Bevensen fusioniert. Acht Jahre dauere es bis zu einer einheitlichen Gebührensatzung. „Die personellen Kapazitäten haben nicht ausgereicht“, betont Fisahn. Immerhin sei Bevensen-Ebstorf mit insgesamt 38 Ortsfeuerwehren, 1.300 aktiven Feuerwehrleuten und 65 Fahrzeugen ohne Anhänger eine der größten Wehren in Niedersachsen.

Gemeindebrandmeister Sven Lührs begrüßt die neue Satzung. Er hofft, dass in der Folge auch die Zahl der Fehlalarme abnimmt. „Je älter die Brandmeldeanlagen sind, umso anfälliger sind sie“, sagt der ranghöchste Feuerwehrmann in Bevensen-Ebstorf. „Die neue Gebührenordnung soll auch dafür sorgen, dass die Betreiber die Anlagen in Schuss halten.“

VON GERHARD STERNITZKE

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