Umbau des Deutschen Hauses in Bad Bevensen soll nach Verzögerung nun anlaufen

Neue Gastronomie fraglich

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Bad Bevensen. Die Fenster mit Brettern vernagelt, weil immer wieder die Scheiben eingeschlagen werden, Schutt auf dem Gelände – das einstige Deutsche Haus in Bad Bevensen hat wahrlich schon bessere Zeiten gesehen.

Und eigentlich sollten sie auch wirklich besser werden – hatte doch Wilhelm Bünde vor etwa zwei Jahren angekündigt, dort eine Brauerei und Wohnungen entstehen lassen zu wollen. Zwei Hamburger Investoren hatte er, wie berichtet, ebenfalls im Rücken und war mit der Umsetzung des Vorhabens betraut worden.

Doch viel ist seit dieser Zeit nicht geschehen an dem markanten Gebäude an der Ecke Medinger Straße/Lüneburger Straße. Das Baugenehmigungsverfahren hat sich so lange hingezogen, informiert Wilhelm Bünde auf Nachfrage der AZ. Erst in der vorvergangenen Woche sei die Baugenehmigung erteilt worden.

Bei der kompletten Entkernung und dem Umbau des Gebäudes müssen nun verschiedene Auflagen erfüllt werden. So habe man mit dem Bauantrag im Dachgeschoss drei Gauben mit jeweils vier Meter Breite beantragt, berichtet Bünde als Beispiel für ein Hindernis, das für die Zeitverzögerung gesorgt habe. Das städtische Bauamt allerdings befand, dass die Gauben zu groß seien. „Obwohl in direkter Nachbarschaft noch viel größere Gauben in den Dächern sind“, weiß Wilhelm Bünde“, „manche bestimmt acht oder zehn Meter breit.“ Nach einigem Hin und Her einigte man sich auch einen Kompromiss: Die Dachgauben im Deutschen Haus dürfen nunmehr 2,50 Meter breit werden.

Doch Bünde will keine Schelte austeilen. Im Gegenteil: „Ich kann dem Bauamt vom Landkreis Uelzen nur ein dickes Lob aussprechen“, betont er, „die Zusammenarbeit war äußerst kooperativ und hilfreich, auch mit der Brandschutzbeauftragten und ihren Kollegen.“

Dennoch hat es offensichtlich ordentlich geknirscht im Getriebe. Denn eigentlich sollte zumindest der Gastronomiebetrieb in dem denkmalgeschützten Gebäude mit dem Türmchen und den bleiverglasten Fenstern schon im Frühjahr vergangenen Jahres angelaufen sein (AZ berichtete).

Möglicherweise wird nun aber gar nichts aus einer Gastronomie-Einheit im Erdgeschoss, verrät Bünde. „Da ist alles tot gelegt“, formuliert er das Problem, „da fangen Sie bei Null an.“ Zurzeit gebe es Gespräche mit einem Interessenten für das Erdgeschoss, sagt Bünde, will aber wegen der laufenden Verhandlungen nicht weiter ins Detail gehen.

Der Bevenser Gebäudemanager richtet nun den Blick nach vorn. „Wir denken, dass wir in vier bis sechs Monaten zumindest den vorderen Bereich des Deutschen Hauses in Betrieb nehmen können“, sagt er.

Von Ines Bräutigam

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