Sie ist am liebsten zu Hause auf dem Bauernhof

Neue Bevenser Heidekartoffelkönigin Kristin Meyer wirbt für die tolle Knolle

+
Heidekartoffelkönigin Kristin Meyer (24) bei ihrer Vorstellung: „Viele Menschen wissen nichts mit der Kartoffel anzufangen, dabei ist sie so vielfältig.“ 

Bad Bevensen/Nateln. Wie wird man eigentlich eine Königin? Die Queen wurde in eine Königsfamilie geboren. Die Westerweyher Heideblütenkönigin Ronja bekam unter mehreren Bewerberinnen auf der Bühne die meiste Zustimmung.

Kristin Meyer dagegen wurde von ihrer Freundin angequatscht. Und deshalb kommt die neue Bevenser Heidekartoffelkönigin wie ihre Vorgängerin Luisa Hasse aus Nateln. Wie sie stammt die Gekrönte von einem Kartoffelbauernhof, und als Prinzessin hat sie bereits acht Monate Erfahrungen an der Seite von Luisa gesammelt.

Kristin Meyer studiert im fünften Semester in Osnabrück Landwirtschaft, im Sommer will sie den Bachelor-Abschluss in der Tasche haben – aber jede freie Minute verbringt sie zu Hause auf dem elterlichen Bauernhof. „In der Ernte helfe ich mit und fahre die Kartoffeln vom Feld nach Hause“, erzählt die 24-Jährige. Dabei ist die frisch gekürte Königin in Arbeitsklamotten auf dem Trecker zu sehen, den sie mindestens so sicher steuert wie ihre männlichen Berufskollegen. Auch ihr Freund Lukas (25) ist natürlich Kartoffelbauer.

Von der Qualität der Heidekartoffeln ist sie überzeugt, und darüber spricht sie im Auftrag des Heidekartoffelverbunds auch gerne. „Ich würde behaupten, dass sie anders schmecken als andere Kartoffeln“, sagt Kristina Meyer. „Das liegt an unseren Sandböden. Dadurch können wir die helle Schale erzeugen.“ Damit ihre Mitbewohner in der Studenten-WG in Osnabrück davon etwas haben, bringt sie zu Anfang jedes Semesters einen großen Sack voller heimischer Kartoffeln der Sorte „Queen“ mit.

Trotz ihrer Vorzüge hat die Kartoffel Marktanteile verloren. Längst nicht jeden Tag mehr steht die dampfende Knolle auf dem Tisch. „Vielen Leuten ist das zu zeitaufwendig. Für sie ist es einfacher eine Tüte aufzureißen, bedauert die Heidekartoffelkönigin. „Dabei ist die Kartoffel so vielfältig“ Am liebsten genießt sie die Erdäpfel als Pellkartoffeln mit Quark, aber genau so lecker sind Salzkartoffeln, Kartoffelpuffer, Kartoffelgratins oder Aufläufe. Sogar als Kartoffelkuchen lassen sie sich verarbeiten. Dabei hebt die Königin die Vielfalt der Sorten hervor.

Ihren nächsten großen Auftritt hat Heidekartoffelkönigin Kristin bei der Veranstaltung „Ein Jahr in hundert Minuten“ am 24. Oktober im Bevenser Kurhaus. Die Kurstadt, die sie auch auf Tourismusmessen vertreten wird, hat sie in den letzten Monaten überhaupt erst richtig kennengelernt. „Ich bin begeistert vom Kurpark. Er ist wunderschön“, erzählt Kristin Meyer.

Gefreut hat sie sich auch, dass so viele junge Familien in der Innenstadt waren und ihr zugewunken haben. Und das wird wohl noch häufiger vorkommen.

Von Gerhard Sternitzke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare