Der Tag der Spurensuche

Nach Brandanschlag: Kreis hält an Plänen für Flüchtlingsnotunterkunft fest

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Die Polizei hat den Tatort abgesperrt: Das Fenster, das die Brandstifter eingeschlagen haben sollen, ist provisorisch durch eine blaue Plane abgedeckt. Gestern nahmen Brand-Spezialisten den ehemaligen Supermarkt in Bad Bevensen unter die Lupe.

Bad Bevensen. Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf eine künftige Flüchtlingsunterkunft in Bad Bevensen hat die Polizeiinspektion Lüneburg eine Ermittlungsgruppe zur Aufklärung der Straftat eingesetzt.

Gestern nahmen Sachverständige der Brandursachenkommission des Landeskriminalamtes Hannover das verlassene Gebäude des ehemaligen Intermarché-Supermarktes im Industriegebiet Kurze Bülten unter die Lupe.

Nach bisherigen Erkenntnissen sind der oder die Täter durch ein eingeschlagenes Fenster in das Gebäude eingedrungen, hatten dann im Erdgeschoss die Abflüsse verstopft und die Wasserhähne aufgedreht und dann unter dem Dach Feuer gelegt. Ein Anwohner hatte um 8.15 Uhr Rauch aus dem Supermarkt dringen sehen und die Feuerwehr alarmiert.

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Der Landkreis Uelzen betonte gestern, an der Nutzung des Gebäudes als vorübergehende Flüchtlingsunterkunft „uneingeschränkt“ festhalten zu wollen. „Nach einer ersten Einschätzung der Kollegen vom Gebäudemanagement können die Schäden zeitnah repariert werden, sodass sich der Einzug nicht verzögern wird“, erklärt Kreissprecher Marcus Christ. „Voraussetzung ist aber, dass es keinen Kälteeinbruch gibt und die Witterung Arbeiten am Gebäude zulässt.“ In dem ehemaligen Intermarché sollen vorübergehend Flüchtlinge untergebracht werden, die der Landkreis im Wege der Amtshilfe zusätzlich vom Land zugeteilt bekommen hat und die derzeit in den Uelzener LeG- und Pestalozzi-Turnhallen wohnen.

Derweil plant die Antifaschistische Aktion (Antifa) Lüneburg/Uelzen für kommenden Sonnabend um 11 Uhr am Bahnhof Bad Bevensen aus Anlass des Brandanschlags eine Protestkundgebung, die der SPD-Unterbezirk, der Grünen-Kreisverband, Bad Bevensens Bürgermeister Martin Feller und der DGB sowie das Uelzener Bündnis gegen Rechts unterstützen. Die Antifa weist darauf hin, dass es im Kreis Uelzen bereits seit Wochen Aktivitäten von Rechtsextremen gebe. So hätten sich am 26. Oktober in einem Uelzener Nachtlokal Neonazis zu einem Konzert getroffen. Diesen Vorfall bestätigte die Polizei gestern auf Anfrage.

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