Neues Denken, neue Zielgruppen: Mahnende und auffordernde Worte bei Kurgesellschaft-Festakt

„Müssen eine Vision verfolgen“

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Gut unterhalten, gut informiert: Einen Rückblick auf fünf Jahrzehnte Kurgesellschaft erlebten die Gäste des Festakts im Bad Bevenser Kurhaus.

Bad Bevensen. „Die Therme ist wie ein Knoten in einer Handarbeit.“ So lange gemeinsam und konstruktiv daran geknüpft werde, könne sich auch ein neues Muster entwickeln, sagte Sabine Neumann-Heinen gestern beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Kurgesellschaft Bad Bevensen, deren Geschäftsführerin sie ist.

Und dass man neue Muster zumindest zulassen müsse, darin stimmten ihr auch weitere Gastredner gestern Vormittag in teils mahnenden Grußworten zu.

Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender der Kurgesellschaft: Heiko Blume. 

Landrat Heiko Blume erinnerte daran, dass die Stadt Bad Bevensen und der Landkreis Uelzen als Gesellschafter der Kur GmbH in den vergangenen 50 Jahren 23 Millionen Euro in die Therme investiert hätten. Diese sei „ein fester Bestandteil des Mineralheilbads“ und auch wirtschaftlich und touristisch von großer Bedeutung für die Region. Allerdings stehe die Kur GmbH „wirtschaftlich nicht so gut da“ – war die Therme einst für jährlich 400 000 Besucher ausgelegt, kommen heute gerade noch 250 000 Gäste dorthin. Für eine Kehrtwende bedürfe es mehr als des Engagements von Kurstadt und Landkreis, so Blume. Man müsse wissen, wo Bad Bevensen in 10, 20 Jahren stehen wolle. „Alle“, appellierte der Landrat, „müssen eine Vision verfolgen.“

Bad Bevensens Bürgermeisterin Susanne Lühr-Peschke betonte, dass die Therme Chance und Herausforderung gleichermaßen sei. Mit ihr, dem Ort und der gesamten Region könne man zeigen, „was unsere Vorteile sind“, sagte sie und beschwor ebenfalls das gemeinsame Handeln. „Ich wünsche mir, dass wir die Zukunft gemeinsam meistern und dieses Kleinod pflegen und seine Bedeutung für die Region nicht aus den Augen verlieren.“

Olaf Kahle, Präsident der IHK Lüneburg-Wolfsburg, ließ durchblicken, dass ihm beim Schreiben seines Grußworts zunächst nicht allzu viel zu Bad Bevensen eingefallen sei. Dann aber habe er sich von Insidern aufklären lassen und festgestellt, dass die Kurstadt an dem derzeitigen Aufschwung des Tourismus in der Region Lüneburger Heide nicht unbedingt teilnehme. Er ermunterte die Verantwortlichen jedoch, weiterzumachen und sagte dabei seine Unterstützung zu.

Kahle riet zur Fokussierung auf eine konkrete Zielgruppe. „Und das sind nicht nur die über 60-Jährigen.“ Jene, die voll im Arbeitsleben stünden und Regeneration suchten, seien „eine gute Plattform, wo Sie eine Menge gestalten können“, gab er den Verantwortlichen mit auf den Weg. Die Herausforderungen, die auf die Jod-Sole-Therme zukämen, könne die Kurgesellschaft allein nicht meistern, so Kahle. „Es müssen alle mitmachen und die Therme so entwickeln, wie sich der Markt entwickelt“, appellierte er und prognostizierte: „Dann wird es hier noch viele schöne Jahre geben.“

Von Ines Bräutigam

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