WBB/FDP-Gruppe zieht Antrag zurück – und hält neue Bewerberrunde für „Schwachsinn“

Modulbau für Kita in Bad Bevesen ist vom Tisch

Bad Bevensen. „Der moderne Modulbau ist kein Container. “ Das wollte Gabriele Meyer vorweg noch einmal betonen.

Gleich darauf erklärte die Vorsitzende der WBB/FDP-Gruppe im Bad Bevenser Bauausschuss: Man werde den Antrag zurückziehen, mit dem die Gruppe eine Prüfung gefordert hatte, ob ein Erweiterungsbau am evangelischen Kindergarten als Modulbau realisierbar sei. „Weil wir das Vorangehen nicht weiter blockieren wollen“, begründete Gabriele Meyer.

Wie berichtet hatte die WBB/FDP-Gruppe kritisiert, dass es zu dem aktuellen 1,2-Millionen-Euro-Architektenentwurf für einen Anbau und die Sanierung des bestehenden Kindergartengebäudes keine Alternative gibt. Dirk Harms (CDU) begrüßte die Entscheidung der Ratsgruppe, ihren Antrag für nichtig zu erklären: „Es ist eine Zumutung für das Personal und auch für die Eltern, dass sie so im Regen stehengelassen werden.“

Zuvor hatte sich Tina Arrighi-Klotz, eine berufstätige Mutter und Zuhörerin der jüngsten Bauausschusssitzung, darüber empört, warum die Bad Bevenser Politik sich so schwertue, Geld für Familien und Kinder auszugeben. Diesen Vorwurf wiesen die Politiker zurück.

Birgit Ahders (SPD) persönlich glaubt, dass in zwei bis drei Jahren ein noch höherer Bedarf an Betreuungsplätzen benötigt wird, als mit der Erweiterung am Kindergarten bedient werden kann. Unter anderem deswegen habe ihre Fraktion beantragt, eine neue Bewerberrunde zu starten (AZ berichtete). „Wir wollen nicht immer diese Flickschusterei.“

Außerdem, so Ahders, sei das vorangegangene Interessenbekundungsverfahren – eine Art Ausschreibung – „so gewesen, dass ein anderer Bewerber nichts anbieten konnte“. Am Ende hatte allein die evangelische Kirche eine Bewerbung für die Erweiterung eingereicht. Die SPD-Frau stellte klar: „Ich will den evangelischen Kindergarten nicht angreifen, man hört da nur Positives. Aber für Eltern ist es erheblich, ob sie entscheiden können oder ob sie eine Einrichtung nutzen müssen.“ Auch Mitarbeiter des evangelischen Kindergartens müssten Mitglieder der Kirche sein. „Das ist für mich auch keine Inklusion“, betonte sie.

Dr. Johann Henrich Vietor (WBB) fand allerdings deutliche Worte für den Antrag der SPD: „Ein neues Interessenbekundungsverfahren wäre absoluter Schwachsinn.“

Von Ines Bräutigam

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