Bedenken und Anregungen zum Konzept von Feller und Senking

Mobilität mit Hürden durch die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf

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Mit dem Bus von Wriedel nach Himbergen: Mehrere Fraktionsvorsitzende ließen sich das Mobilitätskonzept erklären. Sie haben Bedenken, geben aber auch Anregungen. 

Bad Bevensen/Ebstorf – Eine Busverbindung quer durch die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf, das ist die gemeinsame Vision von Martin Feller und Heiko Senking, Bürgermeister in Bad Bevensen und Ebstorf (AZ berichtete).

Gudrun Klippe (Grüne)

Am Montagabend stellten die beiden Konkurrenten um das Amt des Samtgemeindebürgermeisters in Bevensen-Ebstorf ihr Konzept einigen Fraktionsvorsitzenden aus Ebstorf und Bad Bevensen vor. Dabei stießen sie auf viele Bedenken, aber auch auf grundsätzliche Zustimmung.

Katja Schaefer-Andrae (Grüne)

Ärzte, Bäder, Kulturveranstaltungen: „Es gibt so viele Dinge, die durch einen Bus zugänglich gemacht werden könnten“, wirbt Martin Feller (Grüne) für die Idee. Heiko Senking (UWG) weist auf die Neubürger aus der Stadt hin. „Wenn wir die Leute hierher haben wollen, müssen sie ohne Auto von A nach B kommen.“

Ulf Schmidt (CDU)

Norbert Knoblauch von der Initiative Bürgerbus Bevensen hat auch schon ausgerechnet, dass ein Kleinbus die 26 Kilometer lange Strecke Wriedel-Bad Bevensen in 45 Minuten zurücklegen würde. Bei sieben voll besetzten Plätzen würden pro Person Kosten von 10 Euro anfallen. Für die zwölf Kilometer lange Route Himbergen-Bad Bevensen – Fahrzeit: 25 Minuten – wären es 5 Euro pro Person. Auch Linien von Emmendorf, Bostelwiebeck und Oetzendorf in die Kurstadt hat Knoblauch untersucht.

Hans Peter Hauschild (SPD)

„45 Minuten von Wriedel nach Bevensen? Mit dem eigenen Auto bin ich in 15 Minuten durch“, gibt Hans Peter Hauschild (SPD) zu bedenken. Für Autobesitzer sei das nicht attraktiv. „Du kannst einen solchen Bus nur für Leute einsetzen, die sich bewusst entscheiden, aufs Auto zu verzichten, oder die kein Auto haben.“ Sein Vorschlag: eine Schnellbuslinie Ebstorf-Bad Bevensen mit Zubringerfahrten aus den Dörfern. Und zunächst müsse der Bedarf ermittelt werden.

„Es geht vor allem um die älteren und die jungen Leute“, stimmt Katja Schaefer-Andrae (Grüne, Bad Bevensen) zu. Denn viele junge Menschen verzichteten bewusst aufs Auto.

„Es ist gut, dass wir darüber reden“, sagt Ulf Schmidt (CDU). Allerdings hat er Bedenken gegen einen Kleinbus. „Was passiert, wenn wir sieben Plätze haben, und es stehen acht Leute da?“, fragt er. Stattdessen schlägt er vor, eine zusätzliche Busverbindung durch den Landkreis zu realisieren, vielleicht auch als Rundkurs. „Es gibt Fördermittel für einen großen Bus.“ Zudem dürfe man den örtlichen Taxiunternehmen nicht das Geschäft kaputtmachen.

„Einerseits finde ich es gut“, reagiert Gudrun Klippe (Grüne). Die Individualfahrten mit dem Auto werde man durch den Bus jedoch nicht vermeiden. „Das ist nicht attraktiv für mich.“ Es sei aber wünschenswert, Fahrten zu Veranstaltungen in Bad Bevensen sowie Mitfahrgelegenheiten zu organisieren. Eine Mitfahrerbank bringt Ulf Schmidt ins Gespräch.

Über so viele Vorschläge freut sich Martin Feller: „Ihr seid ja super kreativ.“

VON GERHARD STERNITZKE

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