Bad Bevenser verbrachte Kindheit in Boston: „Unheimlich, diese Bilder zu sehen“

Mitgefühl nach Bomben-Anschlag

Bad Bevensen/Boston. „Das Ganze erinnerte mich sehr an den 11. September. Dort ist der Schwager meines Cousins ums Leben gekommen“, erklärt Hans Harald Huber und seiner Stimme ist die Betroffenheit deutlich anzumerken.

Hans Harald

Der 48-jährige Bad Bevensener hat einen großen Teil seines Lebens in Boston verbracht, seine Eltern leben heute noch dort – die Straßen, in denen beim Boston-Marathon Menschen starben und mehrere Hundert durch Bombenanschläge verletzt worden sind, kennt er aus Kindheit und Jugendtagen. „Boston kenne ich als sehr friedliche Stadt. Es ist unheimlich, diese Bilder zu sehen“, erklärt Huber, der seit 2000 in der Kurstadt und seit 1989 in Deutschland lebt. In einer Straße, die zur Marathon-Strecke gehörte, ist er in seiner Jugend oft gewesen, in der Boylston Street arbeitete sein Vater in einem Architekturbüro. „Und in dem Gebäude, vor dem die Explosion stattfand, in dem sich heute das Konsulat Portugals befindet, war mein Bruder Praktikant“, berichtet der hauptberufliche Übersetzer.

 

Eine Nachbarin seiner Eltern geriet sogar mitten in die Panik nach der Explosion – und zwar als Läuferin. „Sie wurde evakuiert und zunächst zur Universität in Boston geschickt“, berichtet Huber.

Erfahren hatte er von den Anschlägen in Boston kurz nach Mitternacht über die Online-Ausgabe des „Boston Globe“, die er per E-Mail bezieht. „Die Informationen waren erst sehr ungenau. Inzwischen habe ich aber auch mehrere Videos gesehen und mit Freunden aus Boston kommuniziert“, sagt er. „Über Facebook wird inzwischen auch zu Hilfsaktionen aufgerufen.“

Mit Sorge blickt der Bad Bevensener auf den London-Marathon, der für Sonntag geplant ist: „Mein Bruder lebt in London. Ich frage mich, ob es nicht vielleicht besser wäre, wenn er diesen Tag außerhalb der Stadt verbringt.“ Ein Telefoninterview mit Hans Harald Huber hören Sie im Internet auf

Von Wiebke Brütt

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