Mit der Falle auf der Jagd

August Ottenhausen fängt seit Jahrzehnten Waschbär, Marderhund und Co.

August Ottenhausen neben einer Lebendfalle.
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Der 83-jährige August Ottenhausen baut viele seiner Lebendfallen selbst.

Röbbel – Er kennt alle Schliche, Tricks, Ablenkungen, und Pässe des heimischen Wilds. Daher geraten sie bei August Ottenhausen aus Röbbel auch gezielt in die Falle. Und das bereits seit 60 Jahren. Die zeitaufwendige Fangjagd ist sein Metier.

Insbesondere Waschbären, Fuchs, Iltis, Marder und Nutria werden von ihm in einem 250 Hektar großen Gebiet gefangen. „Im Laufe der Jahre hat sich viel verändert. Vor allem ist die Zahl der Waschbären gestiegen“, berichtet der 83-jährige. Im Laufe von drei Jahren – er rechnet von Oktober bis Anfang Februar, um nicht mit Schonzeiten in Konflikt zu kommen – habe er 75 Exemplare gefangen. Und auch Marderhunde, „die sich ja stark vermehren und bis zu 13 Junge haben können. “.

Gerade die Waschbären würden zunehmend zur Plage. „Was sich allein durch ihr Treiben verändert hat, ist unverkennbar“, sagt Ottenhausen und verweist auf den Rückgang des Bestands an Wildenten.

Aber auch die rechtlichen Bestimmungen zur Fangjagd haben sich geändert und sind komplexer geworden: Neben Bundes- und Landesjagdrecht sind Artenschutzrecht, Tierschutzrecht, Naturschutzrecht und vieles anderes zu beachten.

Trotz allem gibt es viele Bedenken hinsichtlich der Fallenjagd, die Kritiker für grausam und tierquälerisch halten. Diese aber ist laut Ottenhausen nötig, um das Gleichgewicht in der Natur herzustellen.

Nur Jäger mit gültigem Jagdschein und befugter Jagderlaubnis dürfen Fallenjagd betreiben. Grundsätzlich erlaubt sind nur Fallen, die entweder sofort töten oder unversehrt lebend fangen. „Bei mir sind Lebendfallen im Einsatz, die bestimmte Ansprüche erfüllen müssen und im Sinne der Waidgerechtigkeit eingesetzt werden“, erklärt Ottenhausen. Es gibt verschiedene Lebendfallen, die er teils selber baut. Vielfach sind es Kastenfallen. Der tägliche Kontrollgang gehört dazu. Bei einigen aufgestellten Fallen geben ihm Melder übers Handy einen Hinweis. August Ottenhausen, meist Guschi genannt, sieht auch mit dem Fernglas nach seinen gut zehn aufgestellten Fallen und kontrolliert, ob diese ausgelöst haben. Um die Tiere in die Fallen zu locken, setzt der 83-Jährige Köder wie Weizenkörner ein.

Die tägliche Kontrolle der Fallen gehört dazu.

Die gefangenen Tiere werden dann aus dem Fangkorb entnommen und mit einem gezielten Schuss schnell und schmerzfrei getötet, erklärt Ottenhausen. Der Fallenjäger bringt die Tiere dann in seinen Trocknungsraum, zieht ihnen das Fell ab, hängt sie auf und verkauft einmal im Jahr die teils begehrten Felle. Außerdem meldet er präzise dem Hegering Bevensen 14, wie viele und welche Tiere er gefangen hat.

Der Vorsitzende Hubertus Grau begrüßt Ottenhausens Arbeit. „Der Verlust der Artenvielfalt ist eine große Herausforderung. Dabei helfen Jäger, gefährdete Arten zu schützen, indem sie anpassungsfähige räuberische Arten im Bestand mindern“, sagt er. Der Deutsche Jagdverband spreche sich als Naturschutzverband für den Erhalt einer tierschutzgerechten Fangjagd aus. (Von Ute Bautsch-Ludolfs)

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