Patienten warten halbes Jahr

4,5 Millionen Euro für Neubau mit 22 Plätzen: Die Caduceus-Klinik wächst

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Die Caduceus-Klinik im Wald nordöstlich von Bad Bevensen platzt aus allen Nähten. In einem Neubau sollen 22 Plätze zunächst für Privatpatienten geschaffen werden.

Bad Bevensen – Mitten im Wald. Irgendwann endet auch das Asphaltband, und es geht auf einem Waldweg weiter, bis Linkerhand auf einem Hügel hinter Bäumen die Türmchen der Caduceus-Klinik auftauchen.

In diesem friedlichen Umfeld werden Patienten mit psychosomatischen Erkrankungen behandelt.

Die Klinik ist auf Traumata spezialisiert. Der Bedarf ist offenbar groß. Nach einem Eigentümerwechsel im vorigen Jahr ist jetzt ein Neubau geplant.

„Die Patienten warten bis zu einem halben Jahr und mehr. Es sind lange Wartelisten“, berichtet Prof. Helmut Peter (66), Mitglied der Geschäftsführung der Verhaltenstherapie-Falkenried-Kliniken in Hamburg. Im Landesbettenplan ist die Bevenser Klinik bereits von 20 auf 33 Plätze hochgestuft worden. „Aber das Gebäude ist nicht größer geworden“, betont Peter.

4,5 Millionen Euro will die Klinikgruppe deshalb in einen 1500 Quadratmeter großen Neubau investieren, der Platz für insgesamt 22 Privatbetten bieten soll. Dafür muss ein Stück Kiefernwald gefällt werden. Ein Bauantrag ist gestellt. Der geplante moderne Flachdachbau, der sich in den Hang schieben wird, soll schlussendlich mit dem schlossartigen Altbau der Klinik ein harmonisches Ensemble ergeben.

„Wir haben ja Menschen, die psychisch krank sind, wo die Gestaltung eine Rolle spielt“, erklärt Peter. Wie ein Hotel mit Wohlfühlcharakter soll der Neubau wirken. In der Regel werden die Patienten, die unter anderem sexuellen, physischen oder psychischen Missbrauch in ihrer Kindheit oder als Jugendliche erlebt haben, in Einzelzimmern untergebracht. „Sie brauchen einen Rückzugsraum“, so Peter. Auch Soldaten mit posttraumatischen Belastungsstörungen könnten hier behandelt werden.

Im vorigen Jahr wurde an der Caduceus-Klinik ein medizinisches Versorgungszentrum gegründet, um auch eine ambulante Versorgung zu ermöglichen. Damit soll gewährleistet werden, dass Patienten auch nach ihrer Entlassung eine Versorgung erhalten können. Beantragt ist zudem ein Ausbildungsinstitut, in dem psychologische und psychotherapeutische Nachwuchs ausgebildet werden soll.

Noch in Verhandlungen befindet sich die Bevenser Klinik über einen Anbau an der bestehenden Klinik. „Es fehlen Funktionsräume, Verwaltungs- und Behandlungsräume“, sagt Peter. „Wenn alles planmäßig verläuft, werden wir uns personalmäßig verdoppeln.“

VON GERHARD STERNITZKE

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