Michael Hirte gastierte mit „Liebesgrüße auf der Mundharmonika“ in Bad Bevensen

Ein Star macht Station

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Eins mit seinem Instrument: Michael Hirte bezauberte im Kurhaus.

Bad Bevensen. Der Mann mit der Mundharmonika: Michael Hirte. Ihn wollten am Freitagabend viele Menschen im Bad Bevenser Kurhaus hören und der Parkplatz war voll, insbesondere mit Autos aus Lüneburg, Dannenberg, Winsen-Luhe und Salzwedel.

Michael Hirte ist fast am Ende seiner großen Deutschlandtournee und er hatte sich Bad Bevensen als Konzertort bewusst ausgewählt. Große Vorfreude im Publikum. Saallicht aus, Spot auf die Bühne und das professionelle, sechsköpfige Begleitensemble, deren Musiker jeweils mehrere Instrumente spielen, lässt zur Eröffnung „Der Junge mit der Mundharmonika“ erklingen. Und dann kommt er. Wie gewohnt gekleidet mit Jeans, kariertem Hemd, Schirmmütze und spielt „Wenn die Straße mich ruft“. Damit wird ein Stück Vita von ihm bewusst, eine märchenhafte Geschichte. Noch vor sechs Jahren war er Straßenmusiker, spielte mit seiner Mundharmonika in Fußgängerzonen, war Hartz-IV-Empfänger.

Er spielt von Blues bis Seemannslieder, Volkslieder sowie Rock ‘n Roll. Und dann wurde er umjubelter Star, gewann bei Dieter Bohlens Fernseh-Show „Das Supertalent“. Sein Debütalbum „Der Mann mit der Mundharmonika“ erklomm auf Anhieb Platz eins der Charts. Jetzt spielt er in Bad Bevensen. Bescheiden wirkt er. Ist eins mit seinen Mundharmonikas unterschiedlicher Art. Der strahlende Scheinwerfer treibt ihm die Schweißperlen hoch. Er plaudert, wendet sich dem Publikum zu, da gibt es keine Grenzen und Bühnenabgehobenheit, sondern absolute Bodenständigkeit. Seine Tour steht unter dem Motto „Liebesgrüße auf der Mundharmonika“. Begleitet wird Michael Hirte von dem bekannten Bassbariton Ronny Weiland und der „Mario Frank Band“. Gerade die Kombination mit der eindrucksvollen Stimme und der Mundharmonika begeistert.

Das Programm wechselt zwischen schnell, flotten, eher rhythmisierten Stücken, moderaten Titeln und langsamen, ruhigen Werken – mal im Duett, mal Hirte allein, mal Ronny im Solo. Das zweiteilige Programm hat seine Highlights. Das Beatles-Medley lässt mitsummen, „Nabucco“ lässt tief durchatmen, „Junge komm bald wieder“ lässt Rührung aufkommen, „Ave Maria“ den Atem stocken und nach „Time to say goodbye“ werden Zugaben erklatscht. Übrigens besitzt Michael Hirte etwa 50 Mundharmonikas. Er wechselt sie oft, auch beim Konzert, denn sie verstopfen schnell. Nach Bauart entsprechend werden verschiedene Größen produziert, die unterschiedlich in den Tonumfängen und Stimmlagen sind. Gerade die kleinen Ausmaße, die Handlichkeit, die anfänglich leichte Erlernbarkeit und nicht zuletzt der Preis, haben der Mundharmonika dazu verholfen, ein weitverbreitetes Volksinstrument zu werden.

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