Bad Bevensens WBB/FDP-Gruppenvorsitzende verlässt Wählergemeinschaft

Meyer wechselt zu Grünen

Bad Bevensen. Politischer Paukenschlag acht Wochen vor den Neuwahlen in Bad Bevensen: Nach 26 Jahren verlässt Gabriele Meyer die Wählergemeinschaft Bad Bevensen (WBB) und wird bei der am 11. März anstehenden Stadtratswahl auf Platz 4 der Liste für das Bündnis 90/Die Grünen kandidieren.

Gabriele Meyer verlässt nach 26 Jahren die WBB und wird bei der Stadtratswahl für die Grünen kandidieren.

Ihr Abschied von der WBB sei durchaus mit Sentimentalität verbunden und weder spontan noch im Bösen. Allerdings: „Die WBB hat seit der letzten Wahl 2016 einen deutlichen Wandel erfahren und steht momentan vor der Situation, dass zwei langjährige, kommunalpolitisch erfahrene Mitglieder aus Altersgründen ausscheiden und zwei Mitglieder wegen interner Differenzen nicht wieder kandidieren“, sagt Gabriele Meyer. „Eine der beiden Letzteren bin ich.“ Zu den scheidenden alten Hasen gehören Siegfried Tippel und Dr. Johann Henrich Vietor, und nach AZ-Informationen verlässt wohl auch Thomas Quaschnik die WBB. Von den bis dato gewählten WBB-Mitgliedern verbleibt damit für den Samtgemeinderat Gerd Ludolfs. Im Bad Bevenser Stadtrat waren bislang außerdem Corina Großmann sowie Linda Czerwinski vertreten.

„Die derzeit absehbare Konstellation eröffnet mir keine Perspektive mehr für eine konstruktive Zusammenarbeit, weil sowohl die Vorstellungen als auch de Vorgehensweise in der politischen Arbeit und Umsetzung deren Ziele zu stark differenzieren“, begründet Gabriele Meyer ihren Rückzug aus der WBB. Als Vorsitzende der Gruppe, die die Wählergemeinschaft zuletzt mit der FDP gebildet hatte, wird sie vorerst weitermachen und im Verwaltungsausschuss vertreten sein. Eine schwierige Situation, wie sie einräumt. Der Verwaltungsausschuss ist nach der Auflösung des Stadtrats derzeit das einzige Gremium, das politische Entscheidungen für die Kurstadt treffen kann.

Für Gabriele Meyer ist ihr gewählter Weg „folgerichtig und nachvollziehbar“. Ein kompletter Rückzug aus der kommunalpolitischen Arbeit wäre keine Option für sie gewesen. Die WBB habe schon immer deutliche Überschneidungen mit den Grünen gehabt, die meisten Themen und politischen Forderungen sind die gleichen. 16 Jahre lang arbeiteten beide Fraktionen – damals auch noch gemeinsam mit der SPD – als Gruppe im Stadtrat zusammen. „Auch meine Zeit als damalige Stellvertreterin von Bürgermeister Feller war durch guten, vertrauensvollen und kooperativen Umgang geprägt“, sagt sie. Martin Feller wird bei der Neuwahl zum Bad Bevenser Stadtrat erneut als Spitzenkandidat antreten.

Sie gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge, so Meyer. „Aber die Tür stand offen, und ich bin hindurch gegangen.“ Ihre Eigenschaft sei es, Dinge wieder und wieder zu beleuchten und alle Eventualitäten abzuwägen. Manchmal sei das schwierig, sagt sie, nicht nur für sie. „Aber es gibt nur wenige Dinge, bei denen ich mir so klar war wie jetzt.“

Von Ines Bräutigam

Rubriklistenbild: © privat

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare