Landgericht Lüneburg verurteilt Asylbewerber

Messerstecher soll fünfeinhalb Jahre in Haft

+
In der Asylbewerberunterkunft „Villa im Park“ kam es im Januar zu der Messerattacke.

wb Bad Bevensen/Lüneburg. Nach einer Messerattacke in der Bad Bevenser Asylbewerberunterkunft „Villa im Park“ im Januar soll ein 32-jähriger Algerier für fünfeinhalb Jahre in Haft.

Die zehnte Strafkammer verurteilte den Mann gestern wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung.

In der Nacht zum 26. Januar soll der Verurteilte einen anderen Bewohner des Asylbewerberheims mit einem acht bis zwölf Zentimeter tiefen Messerstich in die Brust lebensgefährlich verletzt haben. Dabei wurde nicht nur die linke Lunge des Opfers – ein 25-jähriger Libyer – beschädigt, sondern auch der Herzbeutel angestochen. „Sie haben zumindest billigend in Kauf genommen, dass das Opfer stirbt“, begründete der Vorsitzende Richter Thomas Wolter das Strafmaß. „Ohne die Hilfe der Ärzte wäre er gestorben.“ Den Grund für die Messerattacke konnte das Gericht nicht rekonstruieren.

Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre und drei Monate Haft gefordert. Verteidigerin Wiebke Schröder kündigte nach dem Urteil an, Revision einzulegen. Der Angeklagte hatte bereiterklärt, im Rahmen eines Täter-Opfer-Ausgleichs 4000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen.

Von Wiebke Brütt

Lesen Sie am Wochenende mehr dazu im E-Paper und in der Printausgabe der AZ.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare