Asylbewerber steht vor Lüneburger Landgericht

Messerstecher: Motiv bleibt unklar

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Die Villa im Park wird derzeit als Asylbewerberunterkunft genutzt.

wb Bad Bevensen/Lüneburg. Versuchter Totschlag oder gefährliche Körperverletzung – bis zu sechs Jahre und drei Monate Haft drohen einem 32-jährigen Algerier, der im Januar in der Bad Bevenser Asylbewerberunterkunft „Villa im Park“ einen Libyer niedergestochen haben soll.

Gestern haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung am Lüneburger Landgericht als Schwurgericht ihre Plädoyers gehalten. Morgen wird vor der zehnten großen Strafkammer das Urteil erwartet.

Der Angeklagte soll in der Nacht zum 26. Januar zum Küchenmesser gegriffen und sein 25-jähriges Opfer – beide sind Asylbewerber – mit einem etwa acht Zentimeter tiefen Stich in die linke Seite des Brustkorbs lebensgefährlich verletzt haben. Die Gründe für die Messerattacke bleiben aber auch am dritten Verhandlungstag vor der zehnten großen Strafkammer, deren Vorsitz Richter Thomas Wolter inne hat, unklar: Ob Streitigkeiten zu der Auseinandersetzung geführt haben oder der Angeklagte unter Alkoholeinfluss ausgerastet ist, sind nur zwei Optionen, die nicht abschließend geklärt werden konnten. Gutachter sind sich indes sicher: Der Angeklagte ist alkohol- und medikamentenabhängig.

Von Wiebke Brütt

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