„Cradle to Cradle“: Regionalgruppe Drögennottorf gegründet

Der Mensch als Nützling der Umwelt

Die Wiederverwendung von Materialien oder die komplette Vermeidung von Müll – das steht hinter dem Prinzip von „Cradle to Cradle“. In Drögennottorf hat sich eine Gruppe gegründet, die dieses Konzept in die Region tragen möchte. Foto: dpa
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Die Wiederverwendung von Materialien oder die komplette Vermeidung von Müll – das steht hinter dem Prinzip von „Cradle to Cradle“. In Drögennottorf hat sich eine Gruppe gegründet, die dieses Konzept in die Region tragen möchte.

Drögennottorf. Ihren „magischen Moment“, wie sie sagt, hat Bärbel Drave vor anderthalb Jahren auf der Umweltmesse „Lütopia“ in Lüneburg erlebt. Zum ersten Mal sei ihr da bewusst geworden, welche große Rolle das Thema Nachhaltigkeit in ihrem Leben spiele, sie aber nicht wirklich etwas daraus mache.

„Ich bin innerlich rot angelaufen“, räumt sie ein. Und sie handelte: Bärbel Drave gründete in diesen Tagen die Regionalgruppe Drögennottorf im Verein „Cradle to Cradle e. V. “, der seinen Hauptsitz in Berlin hat.

Zu Deutsch bedeutet Cradle to Cradle (C2C) „von der Wiege zur Wiege“. Das Prinzip dahinter: Produkte sollen gesund für Mensch und Umwelt und so konzipiert sein, dass man sie entweder in wiederverwendbare Materialien trennen kann und/oder sie biologisch abbaubar sind. Kurzum: Abfall ist Nährstoff und Müll gibt es nicht mehr. Denn die Natur kennt keinen Abfall.

Bärbel Drave will mit der Gründung der Regionalgruppe das Bewusstsein dafür wecken, wie wichtig es ist, als Mensch am Ende seines Lebens einen „positiven Fußabdruck“ auf der Welt zu hinterlassen. Nämlich als Nützling einer Kreislaufwirtschaft agiert zu haben. „Ich habe für mich reflektiert, dass es da noch viele blinde Flecken gibt“, sagt Bärbel Drave zu ihrer Motivation, das Thema in den Landkreis Uelzen zu tragen.

Die Regionalgruppe Drögennottorf – die Initiatorin lebt in dem kleinen Ort bei Römstedt – sticht als ländliche Initiative zwischen den bundesweit mehr als 30 Gruppen von Münster über Magdeburg bis München heraus. Über den „Cradle to Cradle e.V.“ will Bärbel Drave Wissen weiterreichen und in die Region holen. „Es gibt hier im Landkreis schon viel Kompetenz in Sachen Nachhaltigkeit“, sagt sie, „der Hundertwasser-Bahnhof zum Beispiel ist ein Bauwerk, das natürlich ist und lebt.“ Die derzeit noch knapp eine Handvoll Mitglieder zählende Regionalgruppe soll nun Anlaufstelle für Interessierte sein, die noch mehr Projekte nach dem C2C-Prinzip umsetzen möchten.

Als nächstes will die Gruppe sich an der C2C-Aktionswoche vom 21. bis 27. November anlässlich der Architektur Biennale in Venedig zum Thema Bauen beteiligen und entsprechende Projekte entwickeln. Das Motto lautet hier „A building like a tree, a city like a forest“ („Ein Gebäude wie ein Baum, eine Stadt wie ein Wald“).

Von Ines Bräutigam

Die Regionalgruppe Drögennottorf ist über die Internetseite des Berliner Vereins erreichbar: www.c2c-ev.de/regionalgruppen/


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