Joachim Rehse aus Klein Bünstorf erhält Staatsehrenpreis für seine Schafzucht

Meisterliche Merinos

+
Da staunten die Merino-Schafe im Stall nicht schlecht: Landwirtschaftsminister Christian Meyer (links) besuchte Joachim Rehse (3. von links) in Klein Bünstorf und zeichnete ihn mit dem Staatsehrenpreis für besondere Verdienste in der Tierzucht aus.

Klein Bünstorf/Hannover. Da machten die Merinos und Schwarzköpfe große Augen: Selten haben die Schafe auf dem Hof Rehse in Klein Bünstorf einen so großen Bahnhof erlebt wie gestern Nachmittag.

Der Trubel hatte einen guten Grund: Landwirtschaftsminister Christian Meyer hat ihren Züchter Joachim Rehse mit dem Staatsehrenpreis für Tierzucht ausgezeichnet.

Rehse hat mit dem Merinofleischschaf eine für die norddeutsche Tiefebene überaus seltene und anspruchsvolle Rasse für sich entdeckt und konnte diese erfolgreich auf den relativ kargen Böden nördlich der Aller etablieren, lobte der Minister. Damit ist der Klein Bünstorfer derzeit der nördlichste Merinofleischschaf-Züchter Deutschlands.

Bei einem Rundgang über den Hof und durch die Ställe stellte der Züchter seine Tiere und die Arbeit mit ihnen vor. Seit 1907 ist der Hof in Familienbesitz, 1960 hatte Rehses Vater mit sechs Schafen angefangen zu züchten. Heute leben 210 Tiere – Zuchtböcke, Muttertiere und Lämmer – auf dem Hof.

„Seine züchterischen Erfolge sind über die Landesgrenzen hinaus bekannt und er zählt damit zu den Erfolgreichsten seines Fachs“, würdigte Minister Meyer Joachim Rehse. „Insbesondere mit der Zucht der Merinofleischschafe ist ihm etwas Besonderes gelungen.“ Neben den Merinofleischschafen hält und züchtet Rehse auch das schwarzköpfige Fleischschaf.

Zunächst waren die Schafe nur als Überbrückung gedacht, als die Ställe der Familie Rehse wegen einer Erkrankung des Schweinebestands leer standen. Doch dann entwickelte sich eine überaus erfolgreiche Züchtertätigkeit aus dem Schwarzkopf-Bestand.

Der Staatsehrenpreis...

... wird seit den 60er Jahren für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Tierzucht vergeben. Auf Vorschlag der Landwirtschaftskammer werden jährlich zwei Zuchtbetriebe vom Niedersächsischen Landwirtschaftsminister geehrt. Die Auszeichnung besteht jeweils aus einer Zinngarnitur, einem Geldpreis über 500 Euro sowie einer Urkunde.

Der Betrieb habe mit seiner Schafzucht auf regionaler und nationaler Ebene bereits zahlreiche Auszeichnungen bekommen, verriet Meyer. Herausragend sind Rehses Zuchttierverkäufe in alle Welt. „Ob in Südafrika, China, Kasachstan oder der EU – Zuchttiere aus dem Hause Rehse sind wegen ihrer guten Gene in vielen Ländern gefragt“, sagte der Landwirtschaftsminister.
Auch Rehses ehrenamtliches Engagement in verschiedenen berufsständischen Organisationen für die Schafhaltung hob Meyer hervor. So sei es wesentlich sein Verdienst, dass in Deutschland ein einheitliches Zuchtwertschätzungssystem mit entsprechender Datenerfassung und -auswertung für 23 Schafrassen etabliert wurde.

Von Ines Bräutigam

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare