Mehrere hundert Menschen demonstrieren in Bevensen

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Bad Bevensen. „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu“, das stand am Sonnabend auf einem der Transparente, die durch Bad Bevensen getragen wurden.

Mehrere hundert Menschen – nach Angaben der Polizei 500 – zogen vom Bahnhof in die Innenstadt und von dort aus weiter ins Gewerbegebiet Kurze Bülten. Dahin, wo vor einer Woche in einem leerstehenden Intermarché-Supermarkt Unbekannte vermutlich Feuer legten und die Wasserhähne aufdrehten – just dort, wo der Landkreis eine weitere Unterkunft für 170 Flüchtlinge plant.

„Ob durch Wasser oder Feuer – wir sehen es als das, was es ist: ein rassistischer Anschlag“, rief Astrid Steinert von der Antifaschistischen Aktion ins Mikrofon. Die Antifa hatte die Kundgebung angemeldet, unterstützt wurde sie unter anderem vom Deutschen Gewerkschaftsbund, SPD und Grünen.

„Auf einmal ist da etwas direkt vor meiner Tür, was ich nicht für möglich gehalten habe“, berichtete Anwohner Hermann Menke. „Wir wollen nicht irgendwelche Häuser anstecken. Die Flüchtlinge sind hier willkommen.“

„Heute wird wieder gehetzt gegen die Ausländer“, warnte Michael Buntenbach vom Verein Bevensen inklusiv. Und Bürgermeister Martin Feller (Grüne) betonte: „Mir ist wichtig, dass wir Gesicht zeigen.“

Das taten die Teilnehmer auf unterschiedliche Weise. Voran zog der harte Kern der Antifa, junge Leute mit Sonnenbrillen und Kapuzen oder schwarzen Mützen, hinter ihren Transparenten Sprechgesänge skandierend wie: „Es ist das gleiche Faschisten-Pack.“ Astrid Steinert berichtete von rechten Parolen, die über Nacht am Bahnhof geklebt worden seien.

Veranstaltungsorganisator Olaf Meyer machte die deutsche Politik für die Flüchtlingsströme mitverantwortlich: „Deutsche Waffen, deutsches Geld – morden in der ganzen Welt.“ Charly Braun von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes nannte Kapitalismus und Fremdenhass in einem Atemzug und reimte flott: „Manch braver Bürger sieht Konkurrenz, bald brennt’s.“

Von Gerhard Sternitzke

Fotos von der Demonstration

Demonstration nach Brandanschlag auf geplante Flüchtlingsunterkunft

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