Schulausschuss lehnt zusätzliche Unterrichtsräume für die KGS ab

Mehr als ein Platzproblem

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Es wurde im Schulausschuss, dem auch KGS-Leiterin Christel Auer (Bild oben, rechts) beiwohnte, nicht nur über zusätzliche Unterrichtsräume diskutiert: Uwe Liestmann (rechtes Bild) betonte, dass die Schule maximal neunzügig sein dürfe. 

Bad Bevensen. Der Schulausschuss hat in der Mensa der KGS in Bad Bevensen Platz genommen.

Nicht jeder der aufgestellten Stühle ist besetzt – ein Bild, das nicht recht zum Thema passen will: 1855 Schüler besuchen die Gesamtschule zurzeit, die Raumsituation an der KGS ist beengt. Mit jeweils vier zusätzlichen Unterrichts- und Informatikräumen würde sich die Lage entspannen, meint die KGS. Ein neuer Schultrakt könnte entstehen – der kostet aber.

Die Kreispolitik ist aufgefordert, zu erklären, ob sie das Geld dafür in die Hand nehmen will. Die Diskussion im Schulausschuss führt viel weiter. Auch weil die Verwaltung darstellt, dass die KGS eigentlich maximal neun Klassen pro Jahrgang haben dürfte. Tatsächlich hat sie in einigen Jahrgängen aber mehr vorzuweisen. Als einzige Kooperative Gesamtschule kann sie aber von Eltern aus dem gesamten Landkreis gewählt werden. Und das geschieht auch. An anderen Schulen sind die Schülerzahlen indes rückläufig.

Die Wahlfreiheit der Eltern sei für die Liberalen ein hohes Gut, meint Léonard Hyfing (FDP). Deswegen halte er nichts davon, der Schule zusätzliche Räume zu versagen, um so durch bauliche Beschränkungen womöglich die Schülerzahl zu drücken.

Ivonne Großmann stößt ins gleiche Horn. Mit einem Nein werde die Wahlfreiheit konterkariert. Vonseiten der Verwaltung hielt ihr der Erste Kreisrat Uwe Liestmann entgegen, dass es sicherlich die Wahlfreiheit gebe, aber die Verordnung, wonach eine KGS nur neunzügig sein dürfe, eben auch nicht wegzudiskutieren sei. Notfalls, so hatte die Verwaltung zuvor schon erklärt, könne ein Losverfahren bei der Auswahl von Schülern zum Tragen kommen.

Aber ob es dazu jemals kommen muss? Laut Verwaltung ist in den nächsten Jahren mit rückläufigen Schülerzahlen im Kreis zu rechnen. So seine Zweifel an den Prognosen hat nicht nur Léonard Hyfing („Die Geburtenraten gehen doch hoch.“), auch der stellvertretende Schulleiter Jens Wieckhorst erinnert daran, dass seit Jahren prognostiziert werde, dass die KGS mit weniger Schülern rechnen dürfe. „Die Anmeldezahlen für die Schule blieben konstant.“

Das bringt Heiner Scholing (Grüne) zur Frage, was die Eltern dazu bringt, die Schüler an die KGS zu schicken? Ulrike Kaiser, Lehrervertreterin im Ausschuss, sieht dies in der Schulform begründet. Es gebe klar definierte Schulzweige an der KGS, das werde von Eltern begrüßt. Es sei keine Frage der Qualität anderer Schulen.

Heiner Scholing meint, es müsse Gründe haben, warum Eltern ihren Kindern Schulwege von teils mehr als 160 Minuten zumuten. „Wir brauchen ein weiteres attraktives Schulangebot, das sich den zahlreichen Herausforderungen, mit denen Schule umgehen muss, stellt.“ Er will eine grundsätzliche Beschäftigung der Politik mit der Schullandschaft – und das soll auch geschehen (siehe Seite 1). Er könne jetzt jedenfalls nicht Planungen für Neubauten zustimmen, mit denen dauerhaft eine Zügigkeit von mehr als neun Klassen gesichert werde.

Unabhängig von der Diskussion um Schülerzahlen sei die Forderung nach Informatik-räumen nicht mehr zeitgemäß, so Max Lemm (CDU). Künftig werde mit mobilen Geräten gearbeitet, so stimme er auch gegen den Antrag der Schule. Letztlich wird dieser mehrheitlich vom Ausschuss abgelehnt.

Von Norman Reuter

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