Mehr Platz für Wohnmobile?

Mit strahlendem Osterglockengelb werden die Besucher Bad Bevensens empfangen: Das Frühlingserwachen – eine Initiative des Bevenser Wirtschafts- und Tourismusvereins – ist hier an den Ortseingängen der Kurstadt unübersehbar. Foto: Ph. Schulze

Bad Bevensen. Eine flammende Rede für den Bau eines Wohnmobilstellplatzes in der Nähe des Kurhauses hielt Uwe Winter, Geschäftsführer der Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM) und der Bevenser Kurgesellschaft, am Mittwochabend in der Mitgliederversammung des Vereins „Bad Bevensen Wirtschaft & Tourismus“.

Winter appellierte eindringlich an Politik und Verwaltung, dieses Thema nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern umgehend zu handeln.

„Die Bedeutung von Wohnmobilstellplätzen wird unterschätzt“, so Winter, der den zahlreichen Mitgliedern unter dem Vorsitz von Rolf Behn eine Kalkulation präsentierte, die eine deutliche Sprache spricht: Bei einem Stellplatz für 40 Wohnmobile könnten etwa 14 280 zusätzliche Übernachtungen generiert und somit 35 000 Euro Kurabgabe eingenommen werden. Allein 57 000 Euro würden an Mieteinnahmen für die Stadt herumkommen. Und geht man von durchschnittlichen Ausgaben von 40 Euro pro Person und Tag aus, würden circa 571 200 Euro in den Bevenser Betrieben bleiben.

Ganz wichtig: „Die Wohnmobile sind keine Konkurrenz zu den Hotels“, betonte Winter, weil es sich um eine völlig andere Klientel handele. Auch der Wunsch der Wohnmobilisten, am liebsten im Bademantel in die Therme zu gehen, sei nicht zu ignorienen. „Das ist nunmal so“, so Winter, „und andere Bäder bieten das auch.“ Zum Beispiel Bad Waldsee, Obernsee oder Altenau im Harz.

Auch um die so genannten E-Bikes (Elektrofahrräder) sollten sich die Bad Bevenser bemühen, appellierte Uwe Winter. Allerdings nütze es nichts, wenn jeder auf eigene Faust ein paar Räder anschaffe. Es müsse eine Servicestation und ein Service-Netz geben. „Dieses Thema liegt mir am Herzen“, so der BBM-Geschäftsführer im Hinblick auf die hohen Wachstumsraten im Fahrradtourismus, „wir müssen da alle Leute an einen Tisch bekommen.“

Rolf Behn hatte zuvor ausführlich über zurückliegende Themen des Vereins berichtet. Unter anderem den als gelungen zu bezeichnenden Start der Kurbahn „Thermelinchen“, die eher flau verlaufene Akquise für die gemeinsame Energieabnahme möglichst vieler Betriebe bei einem Versorger (lediglich Einer hat einen Vertrag unterzeichnet) oder die Diskussion über eine Zusammenlegung von Werbegemeinschaft und Wirtschaftsverein – die nicht erfolgen soll. Gerade in diesen Tagen sind die Ergebnisse einer Aktion, die allerdings schon zwei Jahre zurückliegt, besonders augenfällig: An den Ortseingängen Bad Bevensen wird man von gelben Osterglocken und lila Krokussen begrüßt.

Zum Sorgenkind derweil hat sich der Innenstadtstammtisch entwickelt, bedauerte Behn. „Keiner nimmt sich Zeit dafür, aber hinterher beschwert man sich dann.“ Mit selten mehr als einer Handvoll Teilnehmern stellte sich die Frage, ob man dieses Angebot des Austauschs und Klönschnacks überhaupt aufrecht erhalten soll. Die Mehrheit der Anwesenden meinte: man soll. Wer also dabei sein möchte – an jedem letzten Donnerstag im Monat um 18.30 Uhr wird sich für etwa anderthalb Stunden im „Pott un Pann“ oder im „Anno 1825“ getroffen. Der nächste Termin ist am 28. April.

Was für dieses Jahr an Aktionen und Veranstaltungen anstehen, darüber gab Stadtmanager Gerhard Kreutz einen Überblick, und Bevensens Bauamtsleiter Roland Klewwe und Architekt Rainer Kahns stellten die Pläne für die neue Pergola, die (wie berichtet) gerade im Kurpark entsteht, für die so genannte „Sonnenfalle“ und das neue Beleuchtungskonzept des Kurparks vor.

Von Ines Bräutigam

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