Mobilität in Bad Bevensen: Konzept wegen Antragsstau in Verzug / Ausschreibung läuft

Mehr Bewegung in nächster Saison

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Fahrrad, Taxi, Kurbahn oder Bus und eine Reihe weiterer Fortbewegungsmittel sollen bei der Erarbeitung eines Mobilitätskonzepts für Bad Bevensen berücksichtigt werden.

Bad Bevensen. Egal, ob Einwohner oder Urlauber – wer in und um Bad Bevensen von A nach B gelangen will, ist in der Regel auf den eigenen Pkw angewiesen. Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist kaum bis gar nicht vorhanden.

Spätestens seitdem die Solar-Kurbahn im Mai vergangenen Jahres die Stadt für immer verlassen hat, mangelt es an Mobilitätsangeboten. Hier setzt ein Konzept an, dass die Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM) in Angriff nehmen will. Wie berichtet, stehen 30 000 Euro für dessen Planung zur Verfügung. 18 000 Euro davon zahlt das Land Niedersachsen, den Rest übernehmen etwa je zur Hälfte die Stadt Bad Bevensen und die BBM. Allerdings ist etwas Sand ins Getriebe der Projektentwicklung geraten.

So moniert jetzt die BfB-Fraktion im Bad Bevenser Stadtrat, dass das Konzept bereits im Juli/August dieses Jahres hätte vorliegen sollen. Sie drängt auf „eine zügige Auftragsvergabe“. Denn: „Der ständige Rückgang der Übernachtungszahlen in Bad Bevensen ist unter anderem auch auf das Fehlen eines innerörtlichen Mobilitätskonzeptes zurückzuführen”, heißt es in einer Pressemitteilung der BfB-Fraktion.

BBM-Geschäftsführer Gerhard Kreutz bestätigt auf AZ-Nachfrage, dass man tatsächlich in Verzug geraten sei. Der Grund: Das Amt für Regionale Landesentwicklung, dass die Leader-Zuschüsse gewährt, habe die Finanzspritze zwar bewilligt, das Geld sei aber noch nicht da, so Kreutz. „Es gibt dort im Amt einen Antragsstau“, sagt er, „ unter anderem wegen des Breitband- und Wegeausbaus.“ Der Antrag aus Bad Bevensen habe daher noch nicht abschließend bearbeitet werden können.

Allerdings: „Es gibt Absprachen, was wir schon mal in die Wege leiten dürfen und was nicht“, sagt Gerhard Kreutz. Und so laufe längst die Ausschreibung, mit der eine Agentur gesucht wird, die ein ganzheitliches und nachhaltiges Mobilitätskonzept für die Stadt Bad Bevensen entwickelt. Ende dieser Woche läuft die Bewerbungsfrist aus.

Ist der Zuschlag erteilt, folgt eine gut fünfmonatige Projektierungsphase, in der unter anderem vorhandenen Strukturen und ihr Potenzial analysiert werden, in der das eigentliche Mobilitätskonzept erarbeitet und dann abschließend präsentiert und in einem Handlungsleitfaden festgeschrieben wird. Ende des Jahres, schätzt Gerhard Kreutz, sollte das Konzept vorliegen, „damit wir zur nächsten Tourismussaison 2018 etwas machen können“.

Von Ines Bräutigam

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