Wohnblöcke sollen sich anpassen

Medinger Hotel „Vier Linden“ wird abgerissen: Hier entstehen 37 Wohnungen

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Nach dem Abriss des Hotels „Vier Linden“ entstehen vier Blöcke mit Eigentumswohnungen. Sie sollen sich – eine Auflage der Genehmigungsbehörde – an den historischen Medinger Kern anpassen.

Medingen – Die vier Linden stehen noch. Hier wurden Gaumenfreuden serviert, frohe Feste gefeiert, und Gäste verbrachten einen entspannten Urlaub. Am Ende wollten viele Medinger „ihr“ Hotel wohl nur noch loswerden.

Seit über einem Jahr ist das „Vier Linden“ von einem Bauzaun umgeben, doch der angekündigte Abriss des leerstehendenden Gebäudekomplexes ließ auf sich warten. Nun kündigt Investor Wolf-Dietrich Witt an: „Jetzt im Frühjahr soll es losgehen.“

Insgesamt investiert Witt & Cie. 6,2 Millionen Euro in den Abriss und den anschließenden Neubau von vier Gebäuden auf dem 7500 Quadratmeter großen Gelände, das auch ein Grundstück am Addenstorfer Weg umfasst. „Es werden insgesamt 37 Wohneinheiten entstehen“, berichtet Witt.

Dass dabei auch das historische Gasthaus in Fachwerkbauweise verschwindet, sei wohl zu verschmerzen. „Das sieht schicker aus als das Hotel“, ist der Diplom-Ingenieur und Bauunternehmer aus Marxen im Landkreis Harburg überzeugt.

Dass sich die Neubauten mit insgesamt 5600 Quadratmetern Fläche im historisch sensiblen Kern von Medingen einfügen, war eine Bedingung der Genehmigungsbehörde. Die Grafik des Investors zeigt moderne Gebäude mit Klinkerverkleidung und roten Ziegeldächern.

Ursprünglich sei am Addenstorfer Weg eine Wohnanlage mit Tiefgarage geplant gewesen, erzählt Witt. Diese Planung habe sich jedoch als zu teuer herausgestellt. Die Eigentumswohnungen sind barrierefrei mit Aufzug geplant. Der Investor rechnet in dem Bevenser Ortsteil mit großem Kundeninteresse. Die Immobilie sei schön gelegen und auch durch den Bahnanschluss in Bad Bevensen interessant.

Der Abriss ist das letzte Kapitel in einer langen Geschichte des renommierten Hotels Vier Linden. Jahrelang stand der Hotelkomplex leer. Dann gab es noch einmal Hoffnung: Ein Investor wollte hier ein barrierefreies Hotel realisieren.

Doch der Umbau stockte bald. Eine geplante Unterbringung von Flüchtlingen wurde nicht realisiert. Die Insolvenz hinterließ eine Bauruine, die von den Medingern zunehmend als Schandfleck wahrgenommen wurde.

Seine erste Blüte hatte das „Vier Linden“ um die Jahrhundertwende. Damals zog es viele Sommerfrischler an. Zum Schluss hatte das Hotel mit drei bis vier Sternen 34 Zimmer mit Schwimmbad.

VON GERHARD STERNITZKE

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