Unmut über aktuelle Windkraft-Pläne in der Gemeinde Altenmedingen / Zwei Info-Veranstaltungen

Mausetal raus – Eddelstorf rein

+
In der Nähe der Ziegelei in Eddelstorf (hier an der Zufahrt zu dem Gelände) könnten laut Planung des Landkreises Uelzen bis zu 200 Meter hohe Windräder gebaut werden – in der Bevölkerung regt sich dagegen Widerstand. 

Bostelwiebeck/Altenmedingen. „Bis zu 200 Meter hohe Windkraftanlagen sind zwischen Bostelwiebeck, Aljarn und Eddelstorf in der Planung“, sagt Thomas Matschoß, Ratsherr der Gemeinde Altenmedingen.

„Der Kreis Uelzen hat unsere Region als dafür sehr geeignet in den neuesten Entwurf des regionalen Raumordnungsprogramms aufgenommen. “ Das bedeute, dass im frühesten Falle schon Ende des Jahres mit dem Bau begonnen werden könnte, so Matschoß. Er und weitere Bürger der betreffenden Region sind nun hellhörig geworden.

Thomas Matschoß.

„Da bisher die betroffenen Bewohner über diese sehr starken Eingriffe in das Landschaftsbild nicht ausreichend informiert worden sind, gibt es jetzt gleich zwei Informationsveranstaltungen“, kündigt der Bostelwiebecker an. Interessierte Bürger treffen sich am heutigen Dienstag, 25. April, um 19 Uhr im Jahrmarkttheater in Bostelwiebeck. Einen weiteren Informationstermin zu dem Thema bietet die Gemeinde Altenmedingen eine gute Woche später an, am Donnerstag, 4. Mai, um 19.30 Uhr im Hotel „Waldesruh“ in Bostelwiebeck. Aus Sicht von Thomas Matschoß drängt die Zeit, denn die Einspruchsfrist gegen den Entwurf des Raumordnungsprogramms läuft am 12. Mai ab.

Werner Marquard.

Das betreffende Gebiet sei auch für ihn überraschend wieder in der Planung des Landkreises aufgetaucht, sagt Altenmedingens Bürgermeister Werner Marquard im AZ-Gespräch. Eigentlich nämlich habe eine Fläche nördlich von Aljarn – das Mausetal – als sogenannter Vorrangstandort für Windenergieanlagen im Gespräch gestanden, weil die jetzt wieder geplante Fläche zu dicht an einer Wohnbebauung gelegen hätte: der Ziegelei in Eddelstorf. „Die Wohnnutzung ist zwischenzeitlich aber entfallen“, erläutert Marquard. Und so habe der Landkreis das Gebiet bei Bostelwiebeck und Eddelstorf nun doch wieder mit in die Planung aufgenommen und das Mausetal stattdessen nicht mehr in Erwägung gezogen.

Der Bürgermeister macht keinen Hehl daraus, dass er sich immer für den Atomausstieg stark gemacht habe und demzufolge auch für die Nutzung von alternativen Energiequellen. Auch der Windkraft. „Ich war immer gegen Atomkraft“, sagt Werner Marquard. „Wir wollen alle die Energiewende haben, aber dann müssen wir auch dazu stehen, und dann müssen wir auch Windräder akzeptieren. Da kommen wir nicht umhin, da können wir uns auf den Kopf stellen“, spricht er Klartext.

Von Ines Bräutigam

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare