Röbbel: SVO und Dorfgemeinschaft stellen Nistplatz auf

Ein Mast für den Storch

Zwei Monteure stellen mit Hilfe eines Krans einen Storchenmast auf
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Die Monteure Horst Retzlaff (rechts) und Sebastian Banerjee von der SVO kümmern sich um das Aufstellen des Storchenmastes in Röbbel.
  • Lars Lohmann
    vonLars Lohmann
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„Noch einen Meter zur Wiese hin“, sagt Sebastian Banerjee zu seinem Kollegen Horst Retzlaff. Langsam bugsiert der Netzmonteur der SVO den Mast mithilfe des Krans in die richtige Position. Auf der Mastspitze ist ein Storchennest montiert, dass in Zukunft Meister Adebar auch in Röbbel eine Brutgelegenheit bieten soll.

Zwei bis drei Storchenmasten stellt die SVO im Jahr in den Landkreisen Uelzen und Celle auf. Aufgrund von Corona wurden 2020 keine aufgestellt. „Wir hatten hier im vergangenen Jahr vier Störche auf dem First sitzen“, sagt Rainer Lange von der Röbbeler Dorfgemeinschaft. Daher habe er die Idee gehabt, hier einen Storchenmast aufzustellen. „Wir haben hier alles, was ein Storch braucht. Weiden und Wiesen, die extensiv genutzt werden, und den Röbbelbach“, erklärt er.

In der Dorfgemeinschaft ist die Idee gut angekommen. So sind es auch die Röbbeler, die das Loch für den Mast ausgehoben haben und gestern die Schlussarbeiten erledigen. Und so steht bereits einen Monat, nachdem Lange sich bei Waldemar Golnik vom Nabu gemeldet hat, der Storchenmast.

Genau rechtzeitig vor dem Beginn der Brutzeit der Störche, sagt Golnik. „In den Nachbarorten Groß Hesebeck und Höver hat der Storch früher gebrütet, das Gebiet ist gut für den Vogel“, sagt der Experte. Denn auf den Feuchtwiesen der Umgebung findet der Storch seine Nahrung. Frösche und Mäuse stehen hauptsächlich auf der Speisekarte. „Der Nachwuchs wird in den ersten Monaten vor allem mit Regenwürmern gefüttert“, erklärt Golnik. Damit diese an die Oberfläche kommen, müssen die Wiesen ausreichend feucht sein und am besten von Vieh der Wuchs niedrig gehalten werden. Doch die trockenen Sommer der vergangenen Jahre machen für den Storch das Durchbringen der Brut immer schwieriger.

Zurzeit sind laut Golnik drei Storchenpaare mit Nestern im Landkreis Uelzen nachgewiesen – in Kirchweyhe, Lüder und in Bode. Wobei das Kirchweyher Storchenpaar auch regelmäßig Nachwuchs bekommt. Ob das auch bald in Röbbel der Fall sein wird, bleibt abzuwarten. Der Tisch sei auf jeden Fall für den Storch gedeckt, meint Golnik. Und vielleicht bekommen die rund 120 Röbbeler ja bald schwarz-weiß gefiederte Nachbarn.

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