Majestäten, Mode, Militär

Hoch, Hoch, Hoch jubelt die Bevölkerung seiner Majestät zu: Kaiser Wilhelm I und seine Frau Augusta statten auf dem Weg in ihr Jagdgebiet Göhrde mit ihrem Gefolge in Bad Bevensen einen Besuch ab. Bürgermeister Leopold Kempe begrüßt die Hoheiten.

Bad Bevensen - Von Gudrun Kiriczi. Ein Stückchen Zeitgeschichte lebte für einen Tag in der Kurstadt auf: Der Besuch von Kaiser Wilhelm I, der im Extrazug mit seinem Gefolge von Berlin kommend anno 1871 und 1872 in Bevensen eintraf, um mit der Kutsche weiter in sein Jagdgebiet Göhrde zu fahren.

An dieses Ereignis erinnerte ein Historisches Spektakel, das trotz glühender Hitze von 37 Grad im Schatten zur Mittagszeit knapp 3000 Gäste verfolgten. Der Wilhelmsgarten direkt am Bahnhof war für einen Tag „militärisches Sperrgebiet“. Ein vielfältiges Programm bot der Verein „Der Kaiser kommt“ mit zahlreichen Hoheiten, Militärdarstellern unter anderem aus Stendal, Stade, Großenhain, Spandau, Greihain, Pattensen, Magdeburg, der Bevenser Jägerkompanie, Reiterfanfarencorps Visbek sowie dem Musikzug Eisfeld und den Jagdhornbläsern Uelzen.

Das Rad der Zeit drehte „Bürgermeister Leopold Kempe“ zurück, er informierte vorab über Zeitgeschichtliches. Dann war es soweit: Der Kaiser kam, nachdem der Fehrbelliner Reitermarsch des Musikzugs Eisfeld verklungen war. Hoch, Hoch, Hoch – jubelten die Zuschauer den Majestäten zu. Es war auch die Stunde der vielen, vielen Hobbyfotografen, die von den farbenprächtigen Uniformen begeistert waren.

Nach dem Empfang am Bahnhof folgte ein Umzug zum Denkmal vor der Kirche mit einer Kranzniederlegung. Das Kaiserpaar schritt die Ehrenformation ab. Zurück im Wilhelmsgarten mit seinen hohen schattenspendenden Bäumen, einem Defilee aller Gruppierungen, gab es jede Menge Interessantes: Eine Schulstunde wie zu Kaiserzeiten zeigte Hamburger Schulmuseumsverein. Ganz schön anstrengend fanden das die Kinder. Ein Streichelzoo fand bei den jüngsten Besuchern Anklang.

Von einer historischen Modenschau waren die Zuschauer ebenso beeindruckt wie von der Vorstellung der Uniformen der militärischen Darsteller oder der militärischen Leibesertüchtigung. Wichtigstes Unterhaltungsmoment war dereinst die Militärmusik. Viel Beifall gab es für das Platzkonzert des Musikzugs Eisfeld des Thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 95 und die Tanzvorstellung der Salonlöwen und Hupfdohlen – und immer wieder hervorragende Moderationen. Für Stimmung sorgte eine Marketenderin ebenso wie Drehorgelspieler Heinrich. Salutschießen der Artillerie demonstrierten die Vorderladerschützen aus Uelzen. Bürgermeister Bruno Losiak dankte allen Darstellern für die ausgezeichnete Imagepflege für die Kommune und sicherte weiterhin Unterstützung zu.

Der Bereitschaftsdienst des DRK hatte indes einiges zu tun. Mehrmals behandelten sie Besucher mit Kreislaufproblemen.

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