Land fördert Machbarkeitsstudie für Bad Bevenser Bohrprojekt / Umweltminister gestern im Kurhaus

Leuchtturm Geothermie

Eine Unterschrift für das goldene Buch: Bürgermeister Martin Feller, Umweltminister Stefan Birkner und Samtgemeindebürgermeister Hans-Jürgen Kammer (von links). Fotos: Ph. Schulze

Bad Bevensen. Gute Nachrichten für Bad Bevensen überbrachte gestern Umweltminister Stefan Birkner: Das Land Niedersachsen fördert die Machbarkeitsstudie, über die geologischen und verfahrenstechnischen Möglichkeiten der Erdwärmenutzung im Stadtgebiet.

272 826 Euro bekommt die Stadt von der N-Bank, um das Projekt Tiefengeothermie weiter voranzutreiben. Kalkuliert waren für die Machbarkeitsstudie bisher 250 000 Euro. Schon im Dezember vergangenen Jahres hatte Ministerpräsident David McAllister der Kurstadt Unterstützung zugesagt. Nun überbrachte sein Umweltminister im Kurhaus den Förderbescheid – denn „das Wort eines Ministerpräsidenten gilt“, wie Birkner betonte.

Dr. Dieter Michalzik

„Das Zusammenspiel zwischen Potenzial und Abnehmern ist in Bad Bevensen optimal“, bilanzierte Professor Dr. Dieter Michalzik, Experte der Geodienste GmbH aus Garbsen, gestern im Kurhaus. Denn mit der heißen Sole, auf der Bad Bevensen quasi sitzt, stimmen die geologischen Voraussetzungen für die Geothermie. Durch die potenziellen Wärme-Großabnehmer Diana-Klinik, Herz- und Gefäßzentrum sowie Kurhaus passt auch die Nutzung. Zwei Bohrlöcher auf etwa 2200 Meter Tiefe sollen in der Kurstadt entstehen – eines zur Entnahme der bis zu 85 Grad heißen Sole und eines für die Rückgewinnung des abgekühlten Solewassers in die Erde. Michalzik: „Den etwa 60 Grad warmen Rücklauf aus den Kliniken könnten wir dann sogar noch im Bad nutzen.“

Kosten würde die Umsetzung des Projektes rund zehn Millionen Euro – ein Betrag, der sich nach Meinung des Experten angesichts von Einsparungen von etwa 900 000 Euro durch das Heizen mit Erdwärme in den drei Großabnehmern, innerhalb von zehn Jahren armortisiert haben würde (AZ berichtete).

Umweltminister Birkner betonte, dass das Land in dem Bad Bevenser Projekt einen möglichen „Leuchtturm“ sieht, der gut in das jüngst verabschiedete Energiekonzept Niedersachsens passe. Birkner: „Das Bad Bevenser Konzept ist für uns von besonderem Interesse. Es ist das erste hydrothermische Projekt in Niedersachsen.“

Auch Landrat Dr. Heiko Blume (CDU) und Bad Bevensens Bürgermeister Martin Feller (Grüne) unterstrichen die Bedeutung des Bohrprojektes für die Region. „Wenn das Ergebnis der Studie gut ist, werden wir hier eine Symbiose aus Gesundheit und Nachhaltigkeit haben“, sagte Blume. Und Martin Feller betonte in Richtung Minister: „Wir stellen uns in Bad Bevensen dem Problem der Erderwärmung. (...) Wir haben noch viele Dinge, die wir in Bad Bevensen umsetzen wollen. Wir werden zu gegebener Zeit wieder auf Sie zukommen.“

Von Wiebke Brütt

Kommentare