Bad Bevensen: DRK-Kreisverband Uelzen prüft Rettungshunde / Vierbeiner trainieren Gehorsamkeit

Mit lautem Gebell auf Spurensuche

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Vera Fäte (rechts) und ihre Lucy stellten sich den strengen Blicken der Prüfer.

Bad Bevensen. In unwegsamem Gelände, wenn dort Personen vermisst werden, sind sie oft Lebensretter: Rettungshunde. Am vergangenen Wochenende wurde sie in Bad Bevensen einer Prüfung unterzogen. .

„Die Prüfungen sind sehr schwer“, sagte Andreas Schulze vom DRK-Kreisverband Uelzen. Trotzdem zeigten die Vierbeiner Freude bei den Aufgaben – was sie mit lautem Gebell deutlich machten. Die Zuschauer, die die Prüfungen beobachteten, staunten über den Arbeitseifer der Hunde.

17 Teams, von Aurich in Ostfriesland bis Naumburg in Sachsen-Anhalt, waren zur Prüfung nach Bad Bevensen gereist. Prüfungsleiter Schulze war sehr angetan von der Leistungsfähigkeit und -stärke der Hunde, die vorgestellt wurden. Er lobte aber auch die Trainer, die die Vierbeiner intensiv in den Bereichen Unterordnung und Gehorsam bis hin zur Flächensuche ausgebildet hatten.

Doch nicht nur auf das Können der Vierbeiner kam es an – auch die Hundeführer waren gefordert. Sie mussten 25 Fachfragen aus verschiedenen Themengebieten beantworten, die in das Prüfungsergebnis mit einflossen. Von den 17 Teams bestanden acht die Prüfung. Sie erhielten die Plakette und können nun zur Suche bei vermissten Personen eingesetzt werden.

Zuvor verlangten die Prüfer den Vierbeinern auf dem Platz jedoch einiges ab. Auf Kommando rannten die Hunde los. In 30 Metern Entfernung von Hund und Hundeführer lag ein „verletzter“ Mensch, den der Hund finden sollte. Fand er das „Opfer“, bellte er und gab somit ein Zeichen. Dann war der Hundeführer gefordert: Er lobte das Tier, das sich in einiger Entfernung niederlegte.

Für Vera Fäte aus Einbeck, die mit ihrem Hund Lucy an der Prüfung teilnahm, sei ihr voriger Rettungshund Mona schon mehrfach ihr Lebensretter gewesen, berichtet sie. „Wenn der Hund nachts merkte, dass ich ins Koma fiel, weckte Mona Herrchen, in dem er ihm das Kopfkissen weg zog“, berichtet die schwer zuckerkranke Frau.

„Wir freuen uns, dass wir die Prüfung für den Herbst bekommen haben“, erklärte Claudia Barenscheer, stellvertretende Leiterin der Rettungshundestaffel vom Ortsverband Bad Bevensen. Nur drei Prüfungen werden nämlich in Niedersachsen jährlich durchgeführt; erstmals eine im DRK-Kreisverband Uelzen.

Seit gut einem Jahr gibt es die DRK-Rettungshundestaffel in der Kurstadt. „Wir wurden bereits zu Vermisstensuchen angefordert und haben das Gelände am Elbe-Seitenkanal und den angrenzenden Wald abgesucht“, so Barenscheer. Die Hunde leisten dabei hervorragende Arbeit: In nur 20 Minuten suchen sie parzellenweise Flächen von 30 000 Quadratmetern ab, so Barenscheer. Von den sieben Hunden der Bevenser Staffel haben zwei eine Prüfung absolviert, die anderen werden zweimal wöchentlich im Training auf die Prüfung vorbereitet.

„Was sich so einfach anhört, ist harte und intensive Arbeit von Hund und Hundeführer“, erklärt Prüfungsleiter Schulze. „In der Regel dauert die Ausbildung eines Hundes, bis er zur Prüfung kommt, zwei Jahre.“ Ganz wichtig seien dabei die Unterordnung und Gehorsams-prüfung.

Der letzte Prüfungspunkt in Bad Bevensen war schließlich die Flächensuche im Gelände. „Hierbei ist es wichtig, dass der Hund sich nicht durch aufspringendes Wild oder andere Tiere ablenken lässt“, so Schulze.

Von Gudrun Kiriczi

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