Ehemaliges Hamburgisches Krankenhaus

Kreis verkauft Klinikgelände in Bad Bevensen – Investoren interessiert an Baumhaus-Idee

Das verwilderte Gelände des Hamburgischen Krankenhauses.
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Nur noch einzelne Bodenplatten, Fundamente und Versorgungsschächte erinnern auf dem verwilderten Gelände am Bevenser Stadtrand an das Hamburgische Krankenhaus.
  • Gerhard Sternitzke
    VonGerhard Sternitzke
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Lange Jahre war es still auf dem Gelände des ehemaligen Hamburgischen Krankenhauses. Moos überwucherte Fundamente und Fußböden der abgerissenen Pavillons, junge Bäume schossen in die Höhe. Jetzt macht der Landkreis den Weg frei für eine neue Zukunft des 15 Hektar großen Geländes am Bevenser Stadtrand.

Bad Bevensen – Der Kreistag hat am Dienstag den Verkauf an die Stadt Bad Bevensen beschlossen. Kaufpreis: eine Million Euro. Nach der Medinger Mühle kann sich die Kurstadt damit auch die zweite Immobilie sichern, die Teil der Bewerbung zur Landesgartenschau 2026 ist (AZ berichtete).

Tiny Houses und Baumhäuser

Die Idee: Innerhalb einer weitgehend naturbelassenen Anlage könnten sogenannte Tiny-Houses, also Kleinsthäuser, und Baumhäuser entstehen, vielleicht sogar ein richtiges Baumhaus-Hotel. „Im Moment sind wir schon mit Bewerbern im Gespräch, und es hat sich herauskristallisiert, dass es in Richtung Tourismus geht“, berichtet Stadtdirektor Martin Feller, der gezielt Campingplatzbetreiber angesprochen hat, die Erfahrung mit diesen neuen, naturnahen Wohnformen haben. Das Interesse an Investitionen sei angesichts von Strafzinsen für Guthaben groß. Drei Investoren haben laut Feller bereits ein konkretes Interesse signalisiert. „Aber wir stehen am Anfang der Entwicklung.“

Der Landkreis hat seit Ende des Krankenhausbetriebs im Jahr 2003 versucht, einen Käufer für das Gelände zu finden – auch nach dem oberirdischen Abriss der Pavillons ohne Erfolg. Der Bevenser Stadtrat hatte beschlossen, sich um einen Ankauf zu bemühen, um dort naturnahe Wohnformen zu realisieren. Die Bewerbung zur Landesgartenschau gab diesen Überlegungen zusätzlichen Schub. In diesem Rahmen sollen gezielt Problembereiche angegangen werden.

Vor einer Bebauung müssen die noch vorhandenen Bodenplatten, Fundamente und Versorgungskanäle der Pavillons abgerissen werden. Kostenschätzungen hierfür liegen nicht vor. Altlasten sind dem Landkreis aber nicht bekannt.

Viel Natur soll erhalten bleiben

„Man muss gucken, welche Flächen des Geländes bebaubar sind“, sagt Feller. „Da wird kein kleiner Anteil unter naturschutzfachlichen Auflagen stehen.“ Auch die Frage der Anbindung an die Innenstadt wird eine Rolle spielen. Auf jeden Fall ist das Gelände mit der Nähe zur Klein Bünstorfer Heide, zur Ilmenau und zum Elbe-Seitenkanal für Touristen sehr attraktiv, findet der Stadtdirektor.

Der Kauf muss vom Stadtrat noch formal beschlossen werden. Erhält Bad Bevensen den Zuschlag für die Landesgartenschau, wird eine Durchführungsgesellschaft für die Planung und Umsetzung der geplanten Vorhaben gegründet. Dabei haben für Feller Privatinvestoren Priorität, weil sie die Belastung für die Stadt reduzieren und ihr Folgekosten ersparen.

Einzig Kreistagsmitglied Hans Peter Hauschild (SPD) stimmte gegen am Dienstag der Verkauf. Er erklärte auf Nachfrage, der Kaufpreis sei für ein unverkäufliches Grundstück zu hoch. „Wir haben lange dafür gekämpft, dass das Grundstück veräußert wird und dass dort etwas Neues entstehen kann. Den Preis halte ich auch für angemessen“, sagte CDU-Fraktionschef Hans-Heinrich Wechsel im Kreistag. „Wir wünschen der Stadt bei der Entwicklung des Grundstücks viel Glück.“

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