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Landesgartenschau: Bad Bevensen gibt nicht auf

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Das Belvedere im historischen Kurpark von Bad Nenndorf.
Bad Nenndorf bekommt den Zuschlag für die Landesgartenschau 2026. Bad Bevensen geht leer aus. © dpa

Es kann nur eine geben: Eine einzige Konkurrentin hatte die Stadt Bad Bevensen bei ihrer Bewerbung um die Ausrichtung der Landesgartenschau 2026. Seit dem 25. Januar steht fest: Der Zuschlag geht nicht an die Ilmenau, sondern in die traditionsreiche Kurstadt Bad Nenndorf.

Bad Bevensen – Die Staatskanzlei weist in ihrer Pressemitteilung besonders auf den dortigen Kurpark mit historischen Gebäuden und einem 200 Jahre alten Baumbestand hin. Auf AZ-Nachfrage teilt eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums mit, ausschlaggebend seien Zweifel gewesen, dass Bad Bevensen seine ambitionierten Pläne rechtzeitig umsetzen kann. Gerade erst musste Bad Gandersheim die für dieses Jahr geplante Schau um ein Jahr verschieben. In Bad Bevensen gibt man sich enttäuscht, aber auch optimistisch für die Zukunft.

„Ich muss das erst mal sacken lassen“, sagt Bürgermeister Jürgen Schliekau auf AZ-Nachfrage. „Aber wenn es ein Kopf-an-Kopf-Rennen war, dann waren wir verdammt gut.“ In diesem Zusammenhang spekuliert das Stadtoberhaupt, ob die deutlich höhere Investitionssumme der Stadt Bad Nenndorf (40 Millionen Euro) gegenüber Bad Bevensen (14 Millionen Euro) eine Rolle gespielt haben könnte. „Wir sind eine Stadt mit begrenzten Mitteln“, meint der CDU-Politiker. „Aber was wir tun konnten, haben wir in die Waagschale geworfen.“

Dennoch sei die Entscheidung für Bad Nenndorf kein Grund zum Resignieren, betont das Stadtoberhaupt. „Das hilft nichts, die Hände in den Schoß zu legen. Ich bin trotzdem optimistisch, dass wir was aus dem Konzept umgesetzt kriegen.“ Als Beispiele nennt er die Pläne für das Gelände des ehemaligen Hamburgischen Krankenhauses, die Ilmenau und die Beneckewiese. Eine naturnahe Kurparkerweiterung, Wege am Fluss und womöglich ein Baumhaus-Hotel auf dem Klinikgelände waren geplant.

„Wir fangen nicht bei Null an“, sagt Schliekau. „Auf Grundlage des Konzepts kann man schauen, was umsetzbar ist. Aber wir müssen immer gucken: Was lässt sich finanzieren?“, betont der Bürgermeister und fügt hinzu: „Aufstecken ist nicht.“

Ähnlich äußert sich Stadtdirektor Martin Feller (Grüne): „Wir haben viel Arbeit und große Hoffnungen reingesteckt. Insofern ist es eine große Enttäuschung“, meint der Verwaltungschef und blickt voraus: „Aber lasst uns die nächste Landesgartenschau ins Auge fassen. Ich glaube, dass die Landesgartenschau weiter eine gute Chance für die Stadt ist, um sich weiterzuentwickeln. Für die nächste Bewerbung steuern wir nach.“ Zudem enthalte das Konzept viele Ideen, die sich auch ohne die Schau umsetzen ließen.

Welche Rolle der kurzfristig beschlossene Ankaufs-Stopp für die Medinger Mühle spielte, sei derzeit nicht bekannt. „Dass sich das nicht gerade positiv auf die Bewerbung ausgewirkt haben kann, wird jeder verstehen. Wenn die Entscheidung Kopf an Kopf war, dann könnte das das Zünglein an der Waage gewesen sein.“ „Ich glaube, der Einfluss war nicht so groß“, glaubt dagegen der Bürgermeister. „Die Mühle war zwar Bestandteil des Konzepts. Keiner kann ein Interesse daran haben, dass sich eine Kommune übernimmt.“

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