Mehrgenerationenhaus Ebstorf wird weitere vier Jahre gefördert / Viele Ideen und ein Arbeitskreis

Landart, Lounge und Lehmbackofen

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Hat Planungssicherheit für vier weitere Jahre: Guido Wrage, Leiter des Ebstorfer Mehrgenerationenhauses, startet mit vielen Ideen durch. 

Ebstorf. Warmer Regen für das Mehrgenerationenhaus (MGH) in Ebstorf: Das Bundesförderprogramm wird für vier weitere Jahre Geld für die Einrichtung am Ebstorfer Domänenplatz zur Verfügung stellen.

MGH-Leiter Guido Wrage und sein Team dürfen sich in diesem Zeitraum über jährlich 35 000 Euro freuen, der Flecken stellt insgesamt weitere 53 800 Euro als Gegenfinanzierung zur Verfügung.

In der Vergangenheit hatte es, wie berichtet, viel Kritik von Teilen der Lokalpolitik an der Arbeit im MGH gegeben. Ein neuer Arbeitskreis soll nun dafür sorgen, dass die Wünsche der Fraktionen und Gruppen des Fleckenrats in das Konzept einfließen. Und Guido Wrage ist offen für weitere Ideen. Doch mit der Planungssicherheit im Rücken hat er sich natürlich auch schon eigene Gedanken gemacht, was das Mehrgenerationenhaus in den kommenden Jahren bieten soll.

„Vor allem den offenen Treff wollen wir weiter ausbauen“, kündigt er im AZ-Gespräch an. Montags bis donnerstags von 17 bis 20 Uhr und freitags von 15 bis 18 Uhr treffen sich hier Menschen, die miteinander ins Gespräch kommen und sich mitteilen möchten. Ganz ungezwungen, ganz menschlich. „Dieses Angebot soll nicht nur Kindern und Jugendlichen zur Verfügung stehen“, so Wrage, „sondern auch einer breiten Öffentlichkeit.“

Dennoch wird die junge Generation nach wie vor ihren Platz im MGH haben: Eine Schülernachmittagsbetreuung ist ebenso vorgesehen wie ein Programm in den Osterferien. So wird unter anderem der Künstler Hendrik Hinrichsen aus dem Wendland am 18. und 19. April jeweils von 10 bis 16 Uhr in einem Workshop zur kreisweiten „Landart“ gemeinsam mit Interessierten ein Kunstwerk für den Ebstorfer Domänenpark schaffen. Für Kinder von acht bis zwölf Jahren ist außerdem ein Selbstverteidigungskursus mit Jan Brand vom TuS Ebstorf geplant – vom 10. bis 13. April, jeweils von 15 bis 18 Uhr. Und auch die Arbeit mit Flüchtlingen – hier vor allem das Lehren der deutschen Sprache – wird fortgesetzt, so Wrage.

„Überhaupt“, sagt er, „hat sich die Projektarbeit bewährt und findet großen Anklang. Das würden wir daher gern weitermachen.“ Eines dieser Projekte soll auch dafür sorgen, dass das MGH am Domänenplatz künftig besser wahrgenommen wird: Gemeinsam mit Jugendlichen sollen aus Holzpaletten Möbel für eine Lounge gebaut werden, die vor dem Haus eingerichtet wird.

Ausgefallen ist auch eine weitere Idee, die Guido Wrage umsetzen möchte: „Wir haben die Möglichkeit erhalten, eine alte Telefonzelle zu kaufen“, verrät er. In der zweiten Jahreshälfte können die Ebstorfer das Relikt der Telekommunikation aus Berlin abholen. „Und die werden wir dann in einen offenen Bücherschrank umbauen“, kündigt der Leiter des MGH an. Ganz aktuell plant Wrage außerdem noch eine Aktion anlässlich des historischen Markts wie zu Luthers Zeiten, der im September in Ebstorf ausgerichtet wird: Gemeinsam mit Interessierten wird dann ein Lehmbackofen gebaut, in dem Brot gebacken werden kann. Dieser wird dann auch an Ort und Stelle stehen bleiben und, wann immer man ihn braucht, zu verschiedenen Anlässen weitere Verwendung finden können.

Von Ines Bräutigam

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