Entertainer Jörg Knör in Bad Bevensen zu Gast

Lagerfeld und Lindenberg

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Jörg Knör sorgte als Udo Lindenberg mitsamt Gesangseinlage für großen Jubel im Publikum.

Bad Bevensen. „Sie haben alles richtig gemacht. Sie sind hier“, ruft Jörg Knör zu Beginn seines Programms in den Saal des Kurhauses. Und in der Tat: Das vollbesetzte Haus erlebt mit Knörs „Das wars mit Stars 2018“ einen tollen Jahresrückblick.

Ein gut aufgelegter Komiker und Entertainer führt an diesem Abend kurz vor dem Jahreswechsel durchs Programm.

Ausgezeichnet immer noch Knörs Parodien. Der bald 60-Jährige imitiert Verstorbene wie Helmut Schmidt, Inge Meysel oder Rudi Carrell, versucht sich glücklich an Prominenten wie Modeschöpfer Karl Lagerfeld, Rocksänger Udo Lindenberg oder Moderator Reiner Calmund und gibt auch Dieter Bohlen („Ich bin Meganer. Alles Mega.“) eine Nische.

Der Parodist hat, etwa im Fall Helene Fischer, ein paar Anzüglichkeiten im Programm („Der Typ ist gar nicht übel als nagelneuer Fischer-Dübel“), balanciert auf der Bühne ansonsten aber gekonnt zwischen Witz, Satire und Persönlichem. Knör hat dabei kein ausgesprochen politisches Programm.

Er ist im Gegenteil der Symphatieträger, der für seinen Gesang als Rudi Carrell oder Udo Lindenberg vom Publikum zu Recht gefeiert wird. So darf die Bundeskanzlerin in „Bad Bevenssen“ ein bisschen lispeln und die Kurstadt falsch betonen, Arnold Schwarzenegger („I have a wischen, äh, vision“) zu den Gästen sprechen und die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sich in den Diesel-Skandal verwickeln: „Sie sieht aus wie meine ehemalige Religionslehrerin – und der haben wir auch nicht alles geglaubt.“

Überhaupt der Klimaschutz und die AfD. Da wird Knör ernsthaft – und hat dann doch eine politische Botschaft im Gepäck: „Eine Bande, die die Zeit nach hinten dreht“, sagt Knör und macht sich über AfD-Fraktionschef Alexander Gauland („Alex Gayland“) lustig. Es gibt genauso auch eine Hommage an den 2018 verstorbenen Chansonnier Charles Aznavour wie einen Ausflug ins Weiße Haus, mit dem „schwer erziehbarsten Kind überhaupt“.

Und er schließt sein Programm nicht ohne die fünfte Ehe von Gerhard Schröder zu persiflieren und den Altkanzler brillant nachzuahmen.

Dass er am Ende dann auch noch Alt-Saxophon spielt, rundet die Knör-Talentshow ab, die einen versöhnlichen Ausklang findet: Knör zeichnet auf einem großen, ausgesägten Holz-Eichhörnchen: „Hans-Hermann“, das Kurpark-Tier und Maskottchen, gibt es jetzt auch als Knör-Version. Noch ein bisschen nachgewürzt mit Knörs Inge Meysel. Großer Applaus. Und Schluss.

Von Christian Holzgreve

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