Eigenbetrieb und Geothermie waren Themen im Stadtrat

Kurstadt hofft auf Energie-Durchbruch

Erneuerbare Energien stehen auch in der Stadt Bad Bevensen im Fokus von Diskussionen. Foto: dpa

Bad Bevensen. Der Schritt geht in die richtige Richtung, darin war man sich im Bad Bevensen Stadtrat einig. Doch wann und ob die Kurstadt einen Eigenbetrieb zur Energieversorgung auf die Beine stellen kann, das steht noch in den Sternen.

Wie berichtet, hatte die parteilose Ratsfrau Brigitte-Susanne Hendel-Andabaka beantragt, die Gründung eines solchen Betriebes zu prüfen. Für den stellvertretenden Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer gab es aber in dem Antrag noch viele Fragezeichen“.

So habe noch kein Fachausschuss zu diesem Thema beraten; das müsse erst einmal geschehen, bevor der Rat aktiv werden kann, so Kammer. Dann wies er darauf hin, dass die Stadt erst 2009 einen Konzessionsvertrag mit der SVO für die nächsten 20 Jahre abgeschlossen habe. „Sollen wir jetzt den Strom von der SVO kaufen und ihn zu einem höheren Preis weiterverkaufen?“ fragte er, ohne wirklich eine Antwort zu erwarten.

Darüber hinaus müsse erst einmal geprüft werden, ob die Stadt überhaupt in der Lage sei und über die – auch wirtschaftlichen – Möglichkeiten verfügt, einen Eigenbetrieb zu unterhalten. Hans-Jürgen Kammer jedenfalls habe da zurzeit seine Zweifel. Deshalb empfahl er den Ratsmitgliedern zunächst eine Beratung im Fachausschuss.

Auch die Bemühungen der Stadt Bad Bevensen, eine Energieversorgung per Geothermie zu erlangen (die AZ berichtete), sollten laut Hendel-Andabaka in die Überlegungen einbezogen werden. Und dass diese Option eine sehr interessante ist, daraus machte Hans-Jürgen Kammer keinen Hehl. „Wenn uns das gelingt, ist das der Durchbruch für Bad Bevensen im energiepolitischen Bereich“, ist Hans-Jürgen Kammer überzeugt.

Das derzeitige Problem sei eine Machbarkeitsstudie, die nämlich rund 200 000 Euro verschlingen würde – eine Summe, die die Stadt allein nicht aufbringen kann. Da aber auch für die örtlichen Kliniken eine Energieversorgung durch Geothermie lukrativ wäre, sei man derzeit in Gesprächen, verriet der stellvertretende Stadtdirektor. Und weil auch der Bündnisgrüne Martin Feller den Vorschlag von Hendel-Andabaka für „grundsätzliche sympathisch“ hielt, wollen die Ratsleute ihren Antrag zunächst einmal für spätere Beratungen im Hinterkopf behalten.

Von Ines Bräutigam

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