Verbaler Schlagabtausch: SPD und WBB werfen BfB das Behaupten von „Unwahrheiten“ vor

Kurhaus spaltet Stadtrat

Streit um das Kurhaus: Modernisierung oder Neubau? Welche Variante ist in welchem Rahmen förderfähig? Foto: Ph. Schulze

Bad Bevensen. Die Wählergemeinschaft Bad Bevensen (WBB) und die Sozialdemokraten (SPD) der Kurstadt sind sauer.

Der Grund: Die Fraktion Bürger für Bad Bevensen (BfB) hat erneut öffentlich gegen einen Kurhaus-Neubau plädiert und sich stattdessen für eine Modernisierung des sanierungsbedürftigen 70er-Jahre-Baus ausgesprochen. Die BfB argumentiert – verkürzt gesagt –, dass eine Modernisierung des Hauses kostengünstiger als ein Neubau und wie dieser förderfähig wäre (die AZ berichtete). Diese Aussagen treiben nun Johann-Henrich Vietor, Fraktionsvorsitzender der WBB, die Zornesröte ins Gesicht: „Die Verwaltung und große Teile der Politik stimmen überein, den Neubau eines Kurhauses zu prüfen. Falls der geplante Bau eine Gesamtsumme von 4,5 Millionen nicht überschreitet und ein Zuschuss der N-Bank in Höhe von zwei Millionen Euro – plus eines Zuschusses vom Landkreis von einer Million Euro – gewährt wird, erscheint ein Neubau als die wirtschaftlichste Lösung. Eine Sanierung, beziehungsweise Modernisierung würde geschätzt 4,2 Millionen Euro kosten, nennenswerte Zuschüsse sind nicht zu erwarten“, stellt Vietor zunächst seine Position klar. Den Vorwurf der BfB, dass ein Teil der verantwortlichen Personen mit allen Mitteln versuchen wurde, einen Neubau durchzusetzen – den die BfB ablehnt –, will Vietor so ebenfalls nicht stehen lassen: „Sie erklären damit die Aussagen der Verwaltung für wissentliche Fehlinformationen, um einen Neubau zu erreichen. Auf Deutsch, sie unterstellen betrügerische Machenschaften. Das ist eine ohne sehr sorgfältige Beweisführung nicht hinnehmbare Behauptung. Zusätzlich halten sie die Berechnungen der Stadt für die Sanierung für fehlerhaft, auch dieses ohne Ansatz eines Beweises“, sagt Vietor und mahnt: Es sei an der Zeit, dass das „verantwortungslose Aufstellen von nicht überprüfbaren Behauptungen“ ein Ende habe. Bis zum Nachweis der Richtigkeit der genannten Aussagen der BfB gehe die WBB davon aus, dass diese die Unwahrheit sage. Vietor: „Wir halten dann ihre Kommentare für populistischen Unsinn und, in Bezug auf das Verhalten der Verwaltung, für eine grobe Unverschämtheit. Wir würden Herrn Stadtdirektor Kammer empfehlen, rechtliche Schritte zu überprüfen. “.

Auch Witta Alberternst, Fraktionsvorsitzende der SPD, ist wenig begeistert von dem Vorstoß der BfB: Korrekt sei. dass laut den Förderrichtlinien der N-Bank auch Modernisierungsvorhaben gefördert werden könnten – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen: Sie müssten für die touristische Region ein besonderes Entwicklungspotenzial besitzen. „Das war beim Umbau der Therme der Fall – dort wurde nicht nur technisch saniert, sondern das Angebot der Therme wurde völlig verändert, sodass die Förderung möglich wurde. Entsprechendes müsste dann auch beim Kurhaus geschehen. Das bedeutet, dass über den gleich bleibenden Betrag von 4,2 Millionen Euro für die Sanierung ein erheblicher Betrag für eine Steigerung der Attraktivität und des Angebots im Kurhaus aufgebracht werden müsste“, erklärt die SPD-Chefin. „Die Kosten wären bei einer Modernisierung also mindestens so hoch wie bei einem Neubau. Hinzu kommt, dass sowohl bei einer Sanierung als auch bei einer Modernisierung ein höheres Kostenrisiko besteht.“ Bei einem neuen Kurhaus hingegen wäre alles auf dem modernsten techischen Stand, entsprechend geringer fielen die Folgekosten aus.

Von Wiebke Brütt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare