Bad Bevensen: Kurgesellschaft trifft Vorsorge, falls Stadt mit Neubau scheitert

Kurhaus schließt im Januar

Ph. Schulze

Bad Bevensen. Die Kurgesellschaft wird das Bad Bevenser Kurhaus am 12. Januar 2014 schließen. Diese Entscheidung des Aufsichtsrates gab Uwe Winter, Geschäftsführer der Kurgesellschaft, jetzt bekannt.

„Wir haben einen so großen Investitionsstau, dass wir ihn nicht stemmen können“, erklärt Winter gegenüber der AZ. Kerngeschäft der Kurgesellschaft sei die Gesundheit und nicht das Durchführen von Veranstaltungen. Darum müsse man sich von dem Betrieb des sanierungsbedürftigen 70er-Jahre-Baus trennen. „Wir haben diese Entscheidung getroffen, um auf jeden Fall auf der sicheren Seite zu sein – unabhängig von den Entscheidungen der Stadt“, betont Winter.

Der Beschluss der Kurgesellschaft würde in dem Moment greifen, wenn die Stadt Bad Bevensen mit ihrem Vorhaben scheitert, 2014 mit dem Bau eines neuen Kurhauses zu beginnen. Denn der Stadtrat hat sich im März zwar mehrheitlich dazu entschieden, das Kurhaus samt Grundstück für 145 000 Euro von der Kurgesellschaft zu kaufen – allerdings nur im Fall eines Neubaus. Werden diese Pläne nicht umgesetzt, bleibt die Kurgesellschaft Eigentümer – und das Kurhaus wird geschlossen. „Das wäre eine völlig neue Situation. Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck an der Umsetzung des Neubaus. Der Zeitplan ist so eng, dass wir uns nicht mit dieser anderen Möglichkeit beschäftigen können“, erklärt Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer auf Nachfrage der AZ. „Ob wir uns als Stadt das antun würden, ein Haus mit einem dermaßen großen Sanierungsbedarf zu übernehmen, bleibt abzuwarten. Das muss die Politik entscheiden.“

Grundsätzlich müsse man über alternative Veranstaltungsorte für Bad Bevensen nachdenken. Denn auch im Falle eines Kurhaus-Neubaus wird mit mindestens einem Jahr Bauzeit gerechnet, in denen keine Veranstaltungsräume zur Verfügung stehen würden.

Rückblick: Nach einem aufwendigen Auswahlverfahren wurde vor zwei Wochen das Dresdener Architekturbüro h.e.i.z.Haus damit beauftragt, Entwürfe für einen Kurhaus-Neubau zu entwickeln. Eine Chance auf Fördergelder vom Land hat die Stadt nur, wenn ein entsprechender Antrag samt Architektenentwurf bis Mitte August in Hannover vorliegt – wird dieser straffe Zeitplan nicht eingehalten oder bewilligt das Land die Gelder nicht in der erhofften Höhe, kann sich die Stadt den Neubau nicht leisten.

Weitere Informationen zur Schließung des Kurhauses lesen Sie am Donnerstag in der AZ.

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