Bad Bevensen: Architektenhonorare für Neubau steigen um 180 000 Euro / Politik berät Entwürfe

Kurhaus-Planer teurer als kalkuliert

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Große Glasfronten und eine Holzverkleidung – das sind nur zwei Elemente des geplanten neuen Kurhauses.

Bad Bevensen. Die Stadt Bad Bevensen muss beim Neubau des Kurhauses höhere Architektenhonorare zahlen als zunächst berechnet.

Der Grund: Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure, kurz HOAI, über die von Seiten des Bundes die Honorare für Architekten- und Ingenieurleistungen in Deutschland festlegt werden, ist im August 2013 verändert worden. „Die Honorare sind durchschnittlich um 30 Prozent angehoben worden“, erklärt Bevensen-Ebstorfs Bauamtsleiter Roland Klewwe.

Für den Fünf-Millionen-Bau, der an der Dahlenburger Straße entstehen soll, bedeutet das eine Steigerung um 180 000 Euro gegenüber der 2012 erstellten Kostenberechnung. „Das sind Dinge, die man nicht beeinflussen kann“, ordnet Thomas Fisahn, Erster Samtgemeinderat, die Erhöhung der Nebenkosten ein, über die die Politik im nicht öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss (VA) am Mittwoch informiert wurde und die durch den Stadtrat im Rahmen der Kurhauspläne in öffentlicher Sitzung noch genehmigt werden muss.

Martin Feller

Derzeit werden von den Architekten des Dresdener Büros h.e.i.z.Haus unterschiedliche Ausstattungsvarianten erarbeitet. Der VA werde regelmäßig über den Planungsstand informiert, betont Bürgermeister Martin Feller (Bündnis 90/Grüne). „Wir wollen in dem Kostenrahmen bleiben“, formuliert er das Ziel, das sich Politik fraktionsübergreifend gesteckt hat.

Jürgen Schliekau

„Wir beobachten das ganz genau und wir sind auch bereit, auf die Bremse zu treten“, sagt Jürgen Schliekau, Vorsitzender der CDU-Fraktion, gestern auf AZ-Nachfrage. Abstriche könnte er sich im Zweifelsfall im Bereich der Inneneinrichtung vorstellen: So müsse nicht in jedem Fall die teuerste Variante gewählt und manch eine Investition könne „auf die lange Bank“ geschoben werden.

Brigitte-Susanne Hendel-Andabaka

Brigitte-Susanne Hendel-Andabaka betont indes, dass das Kurhaus knapp kalkuliert worden sei und die Fraktion Bürger für Bad Bevensen (BfB), deren Vorsitzende sie ist, grundsätzlich gegen einen Neubau und für eine Modernisierung des bestehenden Baus gestimmt habe. „Es erscheint mir alles in einem sehr engen Korsett gestrickt zu sein. Ich weiß nicht, wo man noch Abstriche machen will.“

Stephan Kaufmann

Stephan Kaufmann (Grüne), warnt vor großen Sprüngen, die sich die Stadt nicht leisten könne und merkt – als persönliche Stellungnahme und nicht im Namen der Gruppe SPD/Grüne/WBB, deren Sprecher er ist, – an: „Die Ausschreibungen kommen erst noch und die Auftragsbücher sind voll – darum wird der Bau sicher nicht günstig. Klar ist aber: Der Bau ist auf fünf Millionen gedeckelt. Wenn an es an einer Stelle teurer wird, müssen wir an anderer Stelle sparen. Das darf aber nicht dazu führen, dass das Kurhaus unattraktiv wird oder an Funktionalität verliert.“

Von Wiebke Brütt

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