Wittinger Brauerei steigt zum nächsten Jahr aus der Gastronomie in Bad Bevensen aus

Kurhaus-Pächter kündigen

Kurhaus ohne Pächter: Außenterrasse und das Restaurant innen werden von 2013 an leer sein – Caterer übernehmen dann zunächst die Verpflegung an Veranstaltungstagen. Archivfoto: Ph. Schulze

Bad Bevensen. Das Kurhaus Bad Bevensen steht ab Januar 2013 ohne eigene Gastronomie dar. Die Privatbrauerei Wittinger hat ihren Pachtvertrag gekündigt.

Damit werden auch die Mitarbeiter von Unterpächter Michael Schwarz vom Bad Bevenser Parkhotel und Jörg Zehrfeld vom Hotel Ilmenautal nicht mehr die Besucher des Kurhauses bewirten.

Das Geschäft im Kurhaus habe sich nicht rentiert. „Wir haben bei der Brauerei gekündigt. Wir sind nicht mehr bereit, da weiter etwas zuzubuttern“, begründet Michael Schwarz die Entscheidung.

Auch Holger Bock, Geschäftsführer der Wittinger Brauerei, bestätigt auf AZ-Nachfrage die Kündigung des Pachtvertrages. „Wir haben uns in guten Gesprächen für diesen Weg entschieden. Es war und ist ein gutes Miteinander“, erklärt er.

Der Vertrag zwischen Brauerei und Kurgesellschaft war eigentlich vom 1. Januar 2012 an für drei Jahre unterzeichnet worden. Hintergrund der Vertragsdauer war, nach AZ-Informationen, die unklare Zukunft des Bad Bevenser Kurhauses – eine Diskussion, die bis heute anhält.

Zur Zeit der Vertragsunterzeichnung seien die Partner davon ausgegangen, dass der Umbau beziehungsweise Neubau des Kurhauses bereits 2013 umgesetzt werden würde. Die Pächter wurden darum bereits in dem Vertrag, der der AZ vorliegt, darüber informiert, dass es zu einer „erheblichen Einschränkung der Pachtnutzung“ kommen könnte. Für die Bauphase eines neuen Kurhauses wollten Wittinger und Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM), die ebenfalls einen Teil des Kurhauses gepachtet hat, eine „Übergangslösung“ erarbeiten, die laut Vereinbarungsschreiben die „gastronomische Versorgung in einem Restaurant mit mindestens 100 Plätzen“ sowie die „gastronomische Begleitung“ der Veranstaltungen der BBM sicherstellt.

Besucher von Veranstaltungen im Kurhaus müssen dennoch – trotz der Kündigung der Pächter – nicht befürchten, künftig auf dem Trockenen zu sitzen. Sie werden von Januar 2013 an zunächst über externes Catering versorgt – so lange kein neuer Pächter in die Fußstapfen der Wittinger Brauerei tritt.

Hinsichtlich der Zukunft des Kurhauses, hat die Bad Bevenser Politik inzwischen mit der Ausschreibung der Architektenleistung einen entscheidenden Schritt in Richtung Kurhaus-Neubau getan. Die Planungen müssen europaweit ausgeschrieben. Mit dem Vorentwurf, der die Ausschreibung gewinnt, könnte die Stadt weitere Berechnungen anstellen. Zudem würde er als Grundlage für Zuschusseinwerbungen dienen. Als eine Rahmenbedingung wird in der Ausschreibung angegeben, dass der Neubau einen Kostenrahmen von fünf Millionen Euro netto nicht übersteigen darf.

Mit einem passenden Entwurf könnte bereits im März 2014 mit dem Bau eines neuen Kurhauses begonnen werden – nach diesem Zeitplan müsste also noch für ein Jahr ein neuer Gastronom für das Bad Bevenser Kurhaus gefunden werden.

Von Wiebke Brütt

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