Kurhaus-Neubau: „Bürger für Bad Bevensen“ kritisieren Empfehlung des Verwaltungsausschusses

Weitere Läden im Wandelgang?

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Im breitesten Bereich des Wandelgangs, also nahe des Schachbretts und der Salzgrotte, könnten weitere Ladenflächen entstehen. Die BfB im Bevenser Stadtrat will verhindern, dass Ruhezonen dem Kommerz weichen müssen.

Bad Bevensen. Wird ein neues Kurhaus in Bad Bevensen gebaut, müssen nicht nur die bisherigen Veranstaltungsräume sowie das Kurhausrestaurant und das Foyer weichen, sondern auch die Gewerbeflächen zwischen Jod-Sole-Therme und Eingangshalle.

Die Geschäfte, die in diesem Bereich derzeit untergebracht sind, könnten dann im Wandelgang des Kurzentrums neuen Platz finden – so hat es zumindest der Verwaltungsausschuss der Stadt in nicht öffentlicher Sitzung empfohlen.

Bis diese Regelung umgesetzt wird, bedarf es zwar noch eines Ratsbeschlusses, die Fraktion Bürger für Bad Bevensen (BfB) macht ihrem Unmut über diese Lösung bereits jetzt Luft. „Damit wird weitere Fläche dem Kurbetrieb und Erholungsbetrieb entzogen“, kritisiert Fraktionsvorsitzende Brigitte-Susanne Hendel-Andabaka. Die BfB beklagt, dass mit dieser Maßnahme – wie auch der Einrichtung der anderen Ladenlokale, diverser Cafés und der Salzgrotte – vor allem die Leseräume dem „Kommerz“ geopfert worden seien.

„Die Verbindungsgänge gleichen heute schon einem Basar, aber nicht mehr einem der Ruhe und Erholung dienenden Gebäude“, erklärt die BfB gegenüber der AZ. „Wir haben in der Innenstadt genügend leerstehende Geschäftsräume. Die Stadtverwaltung muss nicht unnötige Konkurrenzsituationen aufbauen. Wir fordern den Rat der Stadt Bad Bevensen auf, auf diese Baumaßnahme, auch im Interesse der Innenstadtentwicklung zu verzichten“, betont Brigitte-Susanne Hendel-Andabaka.

Die Einrichtung weiterer Gewerbeflächen im Wandelgang, in dem bereits heute nahe der Geschäftsräume der Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM) unter anderem die Salzgrotte untergebracht ist, würde rund 55 000 Euro kosten.

Investitionen, die der BfB gegen den Strich gehen – vor allem, weil es sich bei diesen Posten ihrer Ansicht nach um Ausgaben handeln würde, die dem „Freiwilligen übernommenen Aufgabenkreis“ zuzuordnen seien. Denn gerade in diesem Bereich muss die Stadt Bad Bevensen laut des Zukunftsvertrages, den sie im Zuge der Fusion Bevensen-Ebstorfs geschlossen hat, sparen.

Bad Bevensens Bürgermeister Martin Feller (Grüne) und Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer betonen indes auf AZ-Nachfrage, die Investitionen in dem Wandelgang, der im Besitz der Stadt ist, würden sich durch später folgende Mieteinnahmen amortisieren. Zudem sei die Kurgesellschaft, deren Gesellschafter die Stadt Bad Bevensen und der Landkreis sind, dazu verpflichtet, den Gewerbetreibenden Ausweichflächen in „ähnlicher Qualität“, wie Martin Feller betont, zu stellen. Ihnen Gewerbeflächen in der Innenstadt anzubieten, sei demnach nicht möglich. „Es besteht ein Pachtvertrag“, erklärt auch Kammer. Die Einrichtung zusätzlicher Gewerbeflächen im Wandelgang hält Feller jedoch nicht nur für einen Kompromiss im Sinne der Pflichterfüllung, sondern für eine „sinnvolle Belebung des Wandelgangs“. „Die Kurgesellschaft wäre so aus der Verpflichtung raus und die Stadt hätte ihre Immobilie noch veredelt.“

Von Wiebke Brütt

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