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Kurhaus in Bad Bevensen: BBM spart zehn Prozent beim Energieverbrauch ein

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Das Bevenser Kurhaus bei Nacht, im Bild noch mit voller Beleuchtung.
Das Bad Bevenser Kurhaus – vor den Sparmaßnahmen. Bei Beleuchtung, Heizung und Belüftung wurde der Energieverbrauch um zehn Prozent reduziert. © Sternitzke, Gerhard

„Zehn Prozent Einsparung geht immer“, hat Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) vor einem halben Jahr angesichts der drohenden Gasmangellage gesagt. Energie sparen ist aufgrund der explodierenden Preise aber auch im wohlverstandenen Eigeninteresse angesagt. Die Bad Bevensen Marketing (BBM) hat Maßnahmen im Kurhaus ergriffen, die der Besucher häufig gar nicht bemerkt, die aber nach Aussage der BBM dazu führen, dass der Energieverbrauch um acht bis zehn Prozent sinkt.

Bad Bevensen – „Das Kurhaus ist ja schon sehr effizient gebaut“, sagt Technikleiter Jan Brötzmann. „Es ist sehr gut gedämmt. Die Lüftungsanlage gewinnt die Wärme der Luft aus dem Saal in Wärmetauschern zurück.“ Zudem wird die Wärme für die Fußbodenheizungen im Foyer und in der Tourist-Info vom Biogas-Blockheizkraftwerk in der Therme geliefert.

Die zum September in Kraft getretene Energie-Einsparverordnung verpflichtet die BBM, die Temperatur im Kurhaus als öffentlichem Gebäude auf 19 Grad zu begrenzen. Aus den Wasserhähnen in den Sanitärräumen kommt ohnehin nur kaltes Wasser.

Konzertflügel mag keine Temperaturschwankungen

Energie gespart wurde bereits seit dem Frühjahr. So läuft die Lüftungsanlage nur noch bei Veranstaltungen. Die Klimatisierung kam deutlich seltener zum Einsatz, berichtet Brötzmann. Allerdings gibt es auch Sachzwänge. „Wenn es ganz heiß war, mussten wir kühlen. Der Konzertflügel verträgt die wechselnden Temperaturen nicht“, erklärt der Technikleiter. Auch eine Absenkung der Heizung unter 19 Grad macht keinen Sinn. „Für das Aufheizen würde mehr Energie verbraucht.“

Gedreht hat Brötzmann auch an der Beleuchtung, wodurch sich nach seinen Berechnungen allein beim Stromverbrauch eine Einsparung von 20 bis 25 Prozent ergibt. Die Lampen im großen Saal und im Foyer wurden – für die Besucher unmerklich – um 50 Prozent heruntergedimmt, im Außenbereich sogar teilweise ausgeschaltet. Zudem wurden die Schließzeiten des Foyers unter der Woche, wenn keine Veranstaltungen stattfinden, auf 16.30 Uhr vorgezogen. Sonst war es bis 22 Uhr geöffnet und beleuchtet. „Eine Zeitlang war das Foyer ganz dunkel. Da gab es Beschwerden“, berichtet Brötzmann. Seit Oktober ist der Brunnen aus.

Lampen im Wandelgang leuchten bei strahlendem Sonnenschein

Schwierig sind dagegen Sparmaßnahmen im Wandelgang. Bereits mehrfach äußerten AZ-Leser Kritik, weil das Licht dort auch bei strahlendem Sonnenschein eingeschaltet ist. Bei einem Teammeeting habe man sich vorgenommen, Einsparmöglichkeiten zu suchen, berichtet der Technikleiter. Das Problem: „Die Steuerung ist teilweise im Erdgeschoss, teils im Keller. „Sie je nach Tageslicht ein- und auszuschalten, ist im laufenden Betrieb nicht zu leisten“, bedauert Brötzmann. Die Geschäfte müssten zudem weiterhin beleuchtet werden.

Der Wandelgang stammt aus den neunziger Jahren. Es sind zwar bereits Energiesparlampen älteren Datums eingebaut, die BBM bemüht sich bei der Stadt um einen Austausch gegen LED. Kurzfristig will Brötzmann nun einen Teil der Leuchten herausnehmen lassen.

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