Stadtrat beschließt Architektenauslobung für einen Neubau / Vorstellungen der Bad Bevensen Marketing GmbH werden berücksichtigt

Kurhaus Bad Bevensen: Thermenhotel bleibt Option

Bad Bevensen. „Ich mache seit 16 Jahren Kommunalpolitik, kein Thema hat mich so in Atem gehalten, wie dieses“, schnaufte Bad Bevensens Bürgermeister Martin Feller (Grüne) hörbar durch – nach einer mehr als 60-minütigen Diskussion über die Zukunft des Bad Bevenser Kurhauses.

Das Ergebnis der Kontroverse: Die Stadt lobt die Architektenleistung für einen Kurhaus-Neubau europaweit aus. Wenn ein Vorentwurf eines Architekten vorliegt, können die Kosten genauer ermittelt werden, als es bisher möglich ist. Bisher wurde eine Sanierung, die nicht zuschussfähig wäre, mit 4,2 Millionen veranschlagt, ein Neubau, für den Fördergelder beantragt werden können, mit 4,8 Millionen Euro. Grundlage für diese Berechnungen waren Richtwerte vergleichbarer Häuser und das Raumprogramm, dass die Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM) für ein künftiges Kurhaus ausgearbeitet hat – ein Prozedere, das manch einem Ratsmitglied zu heikel schien. So kritisierten Vertreter der Fraktion „Bürger für Bad Bevensen“ (BfB), Roland Zander und Brigitte-Susanne Hendel-Andabaka, das ihrer Meinung nach „teuer gerechnete Sanierungsgutachten“. Stephan Kaufmann (Grüne) sprach von „Luftschlössern“ und mahnte die Verwaltung, „ehrlich und umfassend zu rechnen“. Die CDU, Mehrheitsgruppe aus SPD/WBB/Grüne und die RRP sprachen sich mehrheitlich für die Ausschreibung aus, die BfB stimmte geschlossen dagegen.

Bereits zum 1. Dezember könnte die Architektenleistung ausgeschrieben werden. Voraussetzung für die Umsetzung des Entwurfs ist, dass das Projekt wirtschaftlich realisiert werden kann – hierzu sind wiederum Bedingungen in dem Beschluss festgehalten:

• Der Bau darf nicht mehr als fünf Millionen Euro netto kosten.

• Das von der BBM gewünschte Schausiedehaus sowie der Gradiergarten werden in der Ausschreibung nicht berücksichtigt – die Realisierung der beiden zusätzlichen touristischen Angebote soll aber laut Beschluss parallel geprüft werden.

• Eine weitere Bedingung, die im Beschluss festgehalten ist: Die Kurgesellschaft Bevensen, der das Grundstück, auf dem das Kurhaus steht, gehört, überträgt das Grundstück zum 1. April 2014, frühestens zum Baubeginn, der Stadt. Über die Form der Übertragung wird noch gesondert beschlossen.

• Der Landkreis Uelzen, der Mehrheitsgesellschafter der Kurgesellschaft ist, gewährt der Stadt Bad Bevensen einen zweckgebundenen Zuschuss von einer Million Euro.

• Die N-Bank fördert das Vorhaben mit mindestens zwei Millionen Euro.

Die Option, den neuen Kurhauskomplex im Rahmen eines PPP-Projektes mit privaten Partnern um einen Hotelbau mit Restaurant oder einem Restaurantanbau zu erweitern, bleibt auch nach der Abstimmung am Donnerstag bestehen. Ein solches Thermenhotel mit direkter Anbindung an die Jod-Sole-Therme müsste aber in einem separaten Verfahren an einen privaten Investor vergeben werden.

Von Wiebke Brütt

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