Ausstehende Beschlüsse der Politik drosseln Tempo auf Baustelle / 233 000 Euro Mehrkosten

Kurhaus-Bau mit halber Kraft

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Große Holzelemente schweben per Kran ein und werden an der Fassade des neuen Kurhauses angebracht. Obwohl man bereits deutliche Fortschritte sieht, laufen die Arbeiten nur mit gedrosseltem Tempo – und teurer wird der Neubau auch. 

Bad Bevensen. Große Holzelemente werden per Kran an die Fassade des neuen Kurhauses gehievt. Nach und nach bekommt der Betrachter immer mehr eine Vorstellung davon, wie Bad Bevensens neues Schmuckstück aussehen soll, wenn es fertig ist.

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Bis dahin ist es allerdings noch eine Weile – der eigentlich für Frühjahr nächsten Jahres geplante Eröffnungstermin verschiebt sich um etwa sechs Wochen. Und auch das ursprünglich auf 5,4 Millionen Euro gedeckelte Budget für den Neubau ist nicht mehr zu halten – der Verwaltungsausschuss (VA) wird heute in seiner nicht öffentlichen Sitzung über eine Kostensteigerung auf nunmehr 5,71 Millionen Euro zu entscheiden haben. Das letzte Wort dazu hat dann am 9. Dezember der Stadtrat.

Aktuell laufen Arbeiten an der Außenfassade, die Holzlamellen werden angebaut und die Fenster eingesetzt, erläutert Bad Bevensens Bauamtsleiter Roland Klewwe den aktuellen Stand der Arbeiten. Innerhalb des Gebäudes finden die Trocken- und Elektroarbeiten statt. Ausgeschrieben sind aktuell die Bodenbelags- und Parkettarbeiten sowie die Bestuhlung des großen Saals. Allerdings: „Die Arbeiten laufen bewusst verzögert weiter und werden teilweise zurückgefahren“, sagt Klewwe. Denn die Wünsche der Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM) müssten noch die politischen Gremien durchlaufen – die endgültige Entscheidung im Stadtrat steht hierfür ebenfalls am 9. Dezember an.

Wie berichtet, hatte die BBM Änderungswünsche fürs neue Kurhaus vorgebracht, die der VA bereits Ende Oktober mehrheitlich abgesegnet hat. Diverse technische Ergänzungen im Foyer, die Nutzung des ehemals als Leselounge konzipierten Bereichs als Veranstaltungsraum, die Einrichtung eines Serverraums sowie die Grundinstallation für eine neue Telefonanlage und W-Lan fürs gesamte Gebäude gehören unter anderem zu den BBM-Wünschen, die insgesamt knapp 77 000 Euro Mehrkosten verursachen würden. Abgelehnt hatte der VA nach AZ-Informationen eine automatische Besucherzählung und die Anschaffung einer neuen Telefonanlage.

Zu diesen Mehrkosten gesellen sich nun weitere rund 233 000 Euro, die sich als sogenannte Kostenfortschreibung ergeben. Bereits erfolgte Ausschreibungen von Gewerken hätten laut Bauamtsleiter Klewwe rund 105 000 Euro Mehrkosten ergeben. Neun Gewerke müssen noch ausgeschrieben werden, zwei davon zum wiederholten Mal wegen überhöhter Einheitspreise. „Vor diesem Hintergrund ist zu erwarten, dass die Preisentwicklung nicht mehr durch günstige Ausschreibungsergebnisse kompensiert werden kann“, sagt er, „sondern eine weitere Kostensteigerung durch die noch zu vergebenden Gewerke in Höhe von mindestens 128 000 Euro eintreten wird.“

Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer sieht damit den für Ende April/Anfang Mai geplanten Eröffnungstermin weiter weg rücken. „Nach realistischer Einschätzung und keinerlei witterungsbedingten Verzögerung“ rechne er mit einer Eröffnung des Kurhauses Anfang/Mitte Juni 2016.

Von Ines Bräutigam

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