Bürgerinitiative möchte historischem Bad Bevenser Bahnhof neues Leben geben

Kulturstation nimmt Fahrt auf

Volle Fahrt voraus: Mit frischen Ideen wollen Martin Feller, Katja Schaefer-Andrae und Ulrike Bals (v. li) von der Kulturstation die Stadt beleben. Als Quartier haben sie den Bahnhof im Blick. Foto: Quast

Bad Bevensen. Auf einen neuen Zug wollen die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) „Kulturstation“ aufspringen: Der historische Bahnhof Bad Bevensens hat es ihnen angetan – und das gleich in mehrfacher Hinsicht: Als Symbol für Bewegung und Aufbruch.

Aber auch als Ort, an dem Menschen zusammenkommen. Ihre Vision: In dem leer stehenden Gebäude wollen sie, wie berichtet, ein Kulturzentrum etablieren – als repräsentatives Tor zur Kurstadt.

Weiter Fahrt aufgenommen hat die Umsetzung der Idee nun durch eine Ankündigung der Stadt Bad Bevensen: Sie hat Interesse, den zum Verkauf angebotenen Bahnhof zu erstehen, wie Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer und Bürgermeister Martin Feller verkündeten. Derzeit hakt es jedoch noch an den Finanzen: Einen Euro würde die Kurstadt für das Gebäude von 1847 bieten (die AZ berichtete). Gelingt es, den Bahnhof ins Stadteigentum zu überführen, scheint der Weg für die Kulturstation und deren Vorsitzende Katja Schaefer-Andrae geebnet – Bürgermeister Martin Feller zumindest haben die Kulturschaffenden auf ihrer Seite, ist er doch selber Mitglied der Kulturstation, die aus Fellers Kulturverein Schweizerhof entstanden ist.

Derzeit werden die 2339 Quadratmeter, deren Eigentümer noch die Deutsche Bahn ist, lediglich für einen Fahrkartenschalter und einen Technikbereich der Bahn genutzt. „Gastronomien konnten sich bislang offensichtlich nicht erfolgreich etablieren. Die Wartehalle wirkt lieblos und wenig einladend. Auch die Obergeschosse, in denen noch vor einiger Zeit ein Museum der 50er Jahre untergebracht war, stehen inzwischen leer“, erklärt die Bürgerinitiative. „Es ist schon ein deprimierender Anblick, wenn sich die Zugtüren öffnen und man als Reisender den Bahnsteig in Bad Bevensen betritt.“ Diesen Zustand des „schmucken“ Baus wollen die Mitglieder der Bürgerinitiative nun ändern: Mit der Kulturstation wollen sie in den historischen Bahnhof einziehen und aus ihm ein „soziokulturelles Zentrum mit Strahlkraft in Stadt und Umland“ machen. Wichtig sei es, eine lebendige Kulturszene vor Ort zu schaffen, die das bisherige kulturelle Angebot ergänze und um neue Impulse bereichere. „So könnte eine zeitgemäße, generationenübergreifende Gemeinschaftskultur entstehen, die sich in einem ständigen Prozess des Austausches befindet, experimentierfreudig und spielerisch“, erklärt Katja Schaefer-Andrae, die das Konzept des „Kulturbahnhofs Bad Bevensen“ entwickelte und in der Bürgermeistersprechstunde Martin Feller vorstellte. Auf die Idee gekommen war die Kunstpädagogin, als sie von dem regionalen Entwicklungskonzept „Kulturbahnhöfe – Stadt und Land am Zug“ der „Leader-Heideregion Uelzen“ hörte.

Für das kommenden Jahr plant die Kulturstation, sich mit eigenen Projekten an der „Kunstschiene“ zu beteiligen. die Kunstschiene ist eine überregionale Initiative zur Belebung der Bahnhöfe, die sich wie eine Perlenschnur zwischen den Metropolregionen Hannover und Hamburg befinden. Außerdem organisiert die BI eine Wegstrecke der „Blickwechsel-Landart 2013“ von Bad Bevensen zur Woltersburger Mühle, die als Landschaftskunst zum Mitmachen einen Beitrag zur Ökologischen Landpartie bildet. Weitere Informationen zu der Aktion und der Bürgerinitiative gibt es unter www.kultur-station.de im Internet. „Wir werden immer mehr – und damit wachsen auch unsere Chancen, etwas Nachhaltiges für die Stadt und ihr Umland bewirken zu können“, sagt Schaefer-Andrae.

Neben Bürgermeister Martin Feller hat die Kulturstation einen weiteren Befürworter für ihr Kulturzentrum bereits auf ihrer Seite: Gerhard Kreutz, Veranstaltungsleiter der Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM), kann sich eine Zusammenarbeit gut vorstellen: „Ich freue mich darauf, da etwas zu machen. Ich denke, es tut der Stadt nur gut, wenn neben dem Kurhaus eine weitere Kulturschiene entsteht. Und der Bahnhof bietet tolle Möglichkeiten: Ich könnte mir zum Beispiel gut vorstellen, dass dort kleine Veranstaltungen, wie etwa Lesungen stattfinden“, erklärt Gerhard Kreutz auf Nachfrage der AZ.

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