„Sinnloseste Geldverschwendung“

CDU kritisiert Grünen-Pläne für Beneckewiese – Zunächst Blühstreifen

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Natürliches Grün in Innenstadtnähe: Für die Beneckewiese in Bad Bevensen gibt es unterschiedliche Ideen. Zunächst sollen Blühstreifen angelegt werden. 

Bad Bevensen – Die Beneckewiese ist ein Stück Land mitten in der Stadt. Im Sommer steht das Gras hier kniehoch. Im Hintergrund ein alter Bauernhof und der Bevenser Kirchturm, als wäre die Kurstadt ein Dorf.

Radfahrer, Spaziergänger und Hundebesitzer nutzen gern die grüne Verbindung zum Kurpark. In der Politik geht die Diskussion darüber weiter, wie die Beneckewiese in Zukunft aussehen soll, nachdem die Pläne für eine Bebauung gestorben sind. Die CDU warnt jetzt davor, dass eine Neugestaltung die Stadtkasse teuer zu stehen kommen könnte.

Der Verwaltungsausschuss hat jetzt in nichtöffentlicher Sitzung entschieden, dass zunächst auf der Fläche Wildblumen-Blühstreifen angelegt werden sollen. „Wildblumen sind wichtig für Insekten“, erklärt Bürgermeister Martin Feller. Gesät werden sollen mehrjährige Arten, die auch in den folgenden Jahren Nahrung für Bienen und Schmetterlinge geben. Deshalb wurde der CDU-Antrag für eine Blühfläche mit einjährigen Sorten abgelehnt. Endgültig vom Tisch, weil zu teuer, ist der SPD-Vorschlag für ein Gradierwerk.

Die ehemalige Gruppe Grüne/WBB und die BfB setzen sich für eine naturnahe Erweiterung des Kurparks auf der Grünfläche ein. Das Konzept umfasst Blühflächen, Obstbäume, einen Mehrgenerationenspielplatz und möglicherweise einen neuen Standort für den eingelagerten Hawoli-Brunnen. Mit der Feinplanung soll nun auf Antrag der BfB umgehend ein Landschaftsplaner beauftragt werden.

Hier entzündet sich die Kritik der Gruppe CDU/FDP. „Die Fläche umfasst circa 10.000 Quadratmeter und beinhaltet zudem sehr feuchte Standorte. Ein Landschaftsplaner kann sich hier richtig verwirklichen“, meint Gruppensprecher Sönke Strampe. „Mit Drainage verlegen oder Teiche anlegen werden die Gesamtkosten hier schnell 150.000 Euro erreichen.“ Er nennt das „sinnloseste Geldverschwendung“. Hinzu kämen Pflege- und Instandhaltungskosten. Dabei gebe die Kurstadt bereits jetzt jährlich eine Million Euro zur Unterhaltung der Grünanlagen aus. „Grüne und BfB gehen derartig unsensibel mit Steuergeldern um, da wundert es kaum, dass die Gewerbesteuer- und Grundsteuersätze auf Höchstniveau liegen“, kritisiert Strampe. Und die Stadt habe noch wichtigere Projekte wie Thermenausbau, Göhrdeparkplatz-Sanierung und Aufwertung der Innenstadt. Zudem habe es in der Bürgerinformation kein einheitliches Meinungsbild gegeben.

Aus Sicht von CDU und FDP ist die Beneckewiese auch kaum in den Kurpark zu integrieren. Dieser verenge sich bereits am Bouleplatz und der Hecke. Auch die Schwerpunkte bei Veranstaltungen und Spaziergängen seien zu weit entfernt. Im Kurpark versuche man, Gäste in Richtung der Gastronomie und Geschäfte im Zentrum zu lenken, sagt Strampe. „Die Be-neckewiese grenzt an ein ausgedehntes, ruhiges Wohngebiet. Welchen Mehrwert will man durch neue Landschaftsplanungen erreichen?“

VON GERHARD STERNITZKE

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Kommentar zur Beneckewiese

Lasst die Kirche im Dorf!

Der kleinste Nenner der Bevenser Parteien zum Thema Beneckewiese ist die Charakterisierung als naturnah. Der Kurpark ist ein Bevenser Highlight, beliebt bei Besuchern und Einheimischen.

Er muss aufwendig gepflegt werden. Einen eigenartigen Kontrast dazu bildet die Beneckewiese, ein Stück Land in der Stadt, genauso erhaltenswert. Die kurzen Wege aus der Kurstadt in die umgebende Landschaft sind ein echtes Pfund. Eine behutsame naturnahe Aufwertung mit ein paar Obstbäumen und Blühstreifen lässt sich unter Berücksichtigung der CDU-Kritik auch kostengünstig realisieren, wenn der Planer die Kirche im Dorf lässt.

Und wenn ein Tierhalter hier seine Ponys oder Schafe grasen ließe, wäre das eine echte Attraktion, die nichts kostet. Am wichtigsten aber sind Bänke, damit die Menschen die Wiese erleben können, die sie bislang nur durchqueren.

VON GERHARD STERNITZKE

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