Himberger Bürgermeister zweifelt an Leuphana-Untersuchung

Kritik an Bedarfsstudie

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Auch in Himbergen gebe es Möglichkeiten zum Einkaufen, sagt Jürgen Hinrichs. Trotz einer Studie der Leuphana.

kah Himbergen/Stoetze/Lüneburg. „Irritiert“, sagt Himbergens Bürgermeister Jürgen Hinrichs, sei er über die Studie, die die Leuphana Lüneburg derzeit in der Gemeinde Himbergen laufen lässt.

Denn so schlecht sehe es mit der Versorgung von Lebensmitteln in seiner Gemeinde gar nicht aus. Aber genau diese Vermutung bewegt derzeit die Universität Lüneburg dazu, dort zu forschen.

Wie berichtet, will die Leuphana ermitteln, wie sich Menschen im ländlichen Raum mit schlechter Versorgung durch Lebensmittelmärkte arrangieren. In einer ersten Phase der Untersuchung seien dabei im Bereich des ehemaligen Regierungsbezirkes Lüneburg Regionen ermittelt worden, die eine „minimale Versorgung“ durch Lebensmittelmärkte haben. Und dabei hat die Leuphana auch Himbergen und Stoetze als Forschungsfeld ermittelt.

Versorgungsnot in Himbergen? Hinrichs sieht das anders: In einem Fax an den leitenden Wissenschaftler, Professor Dr. Peter Pez, weist er darauf hin, „dass bereits die Prämisse jedenfalls für unsere Gemeinde nicht stimmt“. Denn in Himbergen gebe es einen Supermarkt, einen Bäcker und mehrere Fachgeschäfte. Ein Beispiel für „minimale Versorgung“ sei Himbergen mitnichten.

Pez kennt ähnliche Meldungen. Seit die Studie begonnen habe, hätten sich bereits einige gemeldet, die ihn nun kritisieren. „Es sind große Gebiete, die in dieser Studie betrachtet werden“, sagt er. Auch ein Markt in einem Kernort sei dabei nicht entscheidend. „Dass wir nicht unmittelbar um diesen Markt herum fragen, ist logisch“, sagt er. Und es gebe auch Rückmeldungen, aus denen klar werde, „dass die Menschen keine Versorgung vor Ort haben, aber damit zufrieden sind. Und da wird es inhaltlich spannend: Das sind Personen, die ihren Wohnort bewusst im periphären Umfeld gewählt haben.“ Von der Untersuchung erhofft er sich nun auch eine Erkenntnis darüber, wie groß der Anteil dieser Menschen, die beispielsweise nur einmal in der Woche einkaufen gehen, ist.

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