Krankenpflege zieht ins Rathaus ein

Mit der Vertragsunterzeichnung wurde der Verkauf des Bad Bevenser Rathauses besiegelt: Stadtdirektor Knut Markuszewski, Notar Wolfgang Worgull, Bürgermeister Bruno Losiak, Kerstin und Henning Effe (von links). Foto: Ph. Schulze

Bad Bevensen. Das gediegene Bürgermeisterzimmer im ersten Stock des Bad Bevenser Rathauses wird voraussichtlich im kommenden Jahr rund 30 Pflegekräften Platz für Schulungen bieten.

Damit es aber überhaupt dazu kommen kann, wurde jetzt der Kaufvertrag für das Rathaus an der Lindenstraße 1 unterzeichnet. Wie berichtet, hatte der Rat der Stadt Bad Bevensen mehrheitlich der Veräußerung an Henning Effe aus Vorwerk zugestimmt.

Effe wird das denkmalgeschützte Gebäude an seine Frau Kerstin vermieten, die mit ihrer Häuslichen Krankenpflege von der Bahnhofstraße ins Rathaus umziehen wird. Voraussichtlich im Februar kommenden Jahres, wie sie hofft. Denn bis zum 31. Januar 2012, so heißt es im Vertrag, muss Henning Effe den Kaufpreis in Höhe von 224 000 Euro gezahlt haben; das Bad Bevenser Rathaus, eine dahinter liegende, 500 Quadratmeter große Fläche und 20 Parkplätze werden dann in seinen Besitz übergehen. Bis dahin sollen auch alle Voraussetzungen für den Verkauf geschaffen worden sein.

Denn bevor Stadtdirektor Knut Markuszewski und Bürgermeister Bruno Losiak gemeinsam mit Henning Effe das Vertragswerk unterschrieben, informierte Rechtsanwalt und Notar Wolfgang Worgull, dass der Zahlung des Kaufpreises eine Vermessung vorausgehen muss und die Änderung des Bebauungsplanes (da das Rathaus zurzeit nur als Verwaltungssitz genutzt werden darf). Die Kosten für die Bebauungsplanänderung trägt der Käufer Henning Effe.

Dass die Stadt ihr Rathaus mit gemischten Gefühlen verkauft, dafür sprach nicht nur der lediglich mehrheitliche Beschluss des Rathauses, sondern auch ein beherzter Glückwunsch Losiaks: „Betriebswirtschaftlich ist es richtig, dass sich die Stadt von Eigentum trennt.“ Knut Markuszewski, ehemaliger Lehrer, begleite den Verkauf „mit Wehmut“, weil es sich bei dem Rathaus um ein ehemaliges Schulgebäude handele.

Henning und Kerstin Effe freuen sich derweil darauf, endlich mehr Platz für die Mitarbeiter zu bekommen. „Wir werden auch nicht viel an dem Haus verändern“, sagt Kerstin Effe, „die Grundstruktur der Räume wird größtenteils erhalten bleiben.“ Und weil sie bereits mehrfach darauf angesprochen worden sei: „Nein, wir wollen hier keine stationäre Pflege einrichten.“

Nun sind Stadtverwaltung und Politik in der Pflicht: Im Laufe dieses Jahres muss sie dafür sorgen, dass die derzeitige Rathaus-Mannschaft ins Ämterzentrum umzieht.

Von Ines Bräutigam

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare