1. az-online.de
  2. Uelzen
  3. Bad Bevensen

„Sensibilisieren und vorbereiten“

Erstellt:

Von: Aron Sonderkamp

Kommentare

Die Ausstattung und der Umgang mit Computern wird in Schulen immer wichtiger.
Im Schuljahr 2023/24 wird Informatikunterricht flächendeckend in Niedersachsen eingeführt. Die KGS sammelt bei einem Pilotprojekt jetzt schon Erfahrungen. © Marijan Murat

Es wird technisch an Niedersachsens Schulen. Zum Schuljahr 2023/2024 wird das Unterrichtsfach Informatik verbindlich ab Jahrgang zehn eingeführt. Die Kooperative Gesamtschule (KGS) Bad Bevensen ist diesem Zeitplan einen Schritt voraus.

In einer Art Pilotprojekt geht bei der KGS sowie bei anderen ausgewählten niedersächsischen Schulen bereits ab dem Schuljahr 2022/2023 ein Informatikkurs für Zehntklässler an den Start. In ganz Niedersachsen wird das Fach Informatik ab dem Schuljahr 2023/24 flächendeckend (im Sekundarbereich I) mit einer Jahreswochenstunde als Pflichtfach eingeführt. Vorerst nur für Zehntklässler. Ein Schuljahr später dann aber auch für den neunten Jahrgang. Um das Ganze zu erproben, gab das Kultusministerium in Auftrag, dass das Niedersächsische Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) gemeinsam mit ursprünglich geplant 20 interessierten Schulen über einen Zeitraum von zwei Schuljahren (beginnend 2020/21) entsprechendes Unterrichtsmaterial entwickelt, vorhandenes anpasst und im Hinblick auf den Pflichtunterricht erprobt. Darunter war auch die KGS. Laut Informationen der Bad Bevenser Schule sei die Nachfrage zu diesem Projekt so groß gewesen, dass mittlerweile rund 80 Schulen niedersachsenweit involviert sind.

Bei der KGS gibt es bereits für die neunte Klasse (Haupt- und Realschule) den Wahlpflichtkurs „Einstieg ins Programmieren“. Ein halbjähriges Fach, welches vor allem als „Vorbereitung für die Lehrer dient. Um auszuloten, wie der Lehrplan aussehen kann“, erläutert der didaktische Leiter Sebastian Gutheil.

Ab kommendem Jahr startet dann der Jahrgang zehn mit Informatik. „Das Augenmerk ist auf jeden Fall auf die Lebenswelt gerichtet“, verriet Gutheil dazu. Die Schüler sollten nicht nur lernen, zu programmieren oder sachgemäß mit dem Computer umzugehen. Zwar soll sich der Unterricht auch um die technischen Hintergründe von alltagspraktischen Anwendungen drehen, den Schülern soll aber auch nah gebracht werden, wie die Informatik mit der Gesellschaft in Verbindung steht und wie das Internet funktioniert. Schüler sollen für das Internet und auch für die Folgen der Informatik für die Gesellschaft sensibilisiert werden.

Gutheil brachte hier beispielsweise ein Fitnessarmband ins Gespräch. Im Unterricht könnte erörtert werden, wie ein solches Armband funktioniert und im nächsten Schritt, was es mit der Gesellschaft macht, wie beispielsweise einen Anstieg an Spaziergängen aufgrund der Schrittzähler-Funktion.

Die Wichtigkeit der Einführung des Informatik-Unterrichts begründete Gutheil wie folgt: „Informatik und Digitalisierung haben einen sehr großen Stellenwert bei der Jugend. Es ist die Aufgabe der Schule, sie dafür zu sensibilisieren und darauf vorzubereiten.“

Dadurch, dass die KGS eine der Projektschulen ist, seien bereits zwei Lehrkräfte in der Lage, Informatikunterricht durchzuführen, wie Gutheil erklärt. Diese durchliefen vorbereitend zweijährige berufsbegleitende Weiterbildungsmaßnahmen zur Qualifizierung von Lehrkräften. Auf Dauer würden zwei Pädagogen nicht ausreichen. Daher würden diese auch als „Multiplikatoren“ für das übrige Kollegium fungieren.

Die benötigten Geräte, wie beispielsweise entsprechende Computer, wären schon in der Beschaffung, wie der didaktische Leiter anmerkt.

Auch interessant

Kommentare